Aktuelles

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im September

bvvp Pressemitteilung

 

25 Jahre bvvp – Eine starke Interessenvertretung für die Psychotherapie in Politik und Gesellschaft

Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten e.V. (bvvp) lädt anlässlich seines 25-jähriges Bestehens am Donnerstag, dem 19.09.2019 zu einem Festakt, Fachvorträgen und einem Jubiläumsfest.

25 Jahre bvvp, das bedeutet ein Vierteljahrhundert Interessenvertretung für eine Verbesserung der Versorgungssituation für psychotherapeutische PatientInnen, für die Gleichberechtigung der psychotherapeutischen Berufsgruppen sowie den Erhalt und die Förderung der psychotherapeutischen Verfahren und Methoden, es bedeutet zudem Einsatz für die Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der psychotherapeutischen Praxen, die Sicherung der Qualität der Versorgung, den Erhalt und die Förderung der Vielfalt der Praxisstrukturen sowie  die angemessene Weiterentwicklung von Richtlinien und Behandlungsleitlinien.

Mit seinen 18 eigenständigen Landes- und Regionalverbänden setzt sich der bvvp seit 1994 als erster und einziger Verband integrativ für die Interessen aller VertragspsychotherapeutInnen (Ärztliche, Psychologische und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen) ein, und das verfahrensübergreifend. Wie aktuell und notwendig diese Lobby für die Psychotherapie innerhalb des Gesundheitssystems ist, zeigt sich an den aktuell diskutierten Themen wie zum Beispiel der Elektronische Patientenakte, der Telematik, der Ausbildungsreform und weiteren Gesetzesvorhaben von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Am 19.09.2019 findet ab 18.00 Uhr im Hotel Aquino, Hannoversche Str. 5B in 10115 Berlin, die Festveranstaltung anlässlich des 25. Jahrestages der Verbandsgründung statt.

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im Juni

Neues Informationsmaterial liegt vor!

 

  • Das Info Kompakt zum TSVG – eine 11-seitige Broschüre im Din-A-4-Format zum Nachschlagen aller Neuerungen, die das Gesetz bringt
  • Das Info Kompakt Klagefront – eine 5-seitige Broschüre im Din-A-4-Format zu den Nachvergütungen und zur Erfolgsgeschichte unserer Musterklagen
  • Der aktualisierte Dienstleistungsflyer –  Alle Vergünstigungen, Versicherungsrabatte und Beratungsangebote des bvvp, von denen Mitglieder profitieren im Überblick
  • Passend dazu gibt es eine Dienstleistungsbroschüre, in der dann - NUR FÜR MITGLIEDER! - die detaillierten Angebote aufgeschlüsselt sind – und darüber informiert wird, wie man an die Rabatte herankommt (Welche Kennworte man nennen muss etc)
  • Der nagelneue modernisierte PiA-Flyer – zur überaus wichtigen Information von psychotherapeutischem Nachwuchs
  • Ein aktualisierter EBM-Bestellflyer (nun mit rechtlich notwendiger Widerrufsbelehrung)
  • Steuerbroschüre zum „Kauf und Verkauf psychotherapeutischer Praxen"

Einige Broschüren sind nur Mitgliedern zugänglich!

 

 

Bestellblatt für bvvp-Broschüren
bvvp Bestellblatt Broschüren.pdf
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Pressemitteilung
28.05.2019

 

bvvp positioniert sich: Datenschutz muss für alle gelten! –
auch und ganz besonders bei der elektronischen Patientenakte

 

„Datenschutz ist etwas für Gesunde“ – diese Aussage des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn wurde auf dem Hauptstadtkongress 2019 fast schon gebetsmühlenartig wiederholt. Zu dieser allgemeinen Tendenz, den Datenschutz bei Patientendaten aufzuweichen, passt nun die Ankündigung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), dass in der ersten Version der elektronischen Patientenakte den PatientInnen nicht die Möglichkeit gegeben werden soll, selbst auszuwählen, welcher Behandelnde welchen Eintrag in der elektronischen Patientenakte sehen darf.
Gleichzeitig betonten Minister Spahn und alle anderen Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit - vor diesem Hintergrund eine unglaubwürdige Äußerung -, dass der Patient immer Herr seiner Daten sein solle.
Der Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten bvvp e.V. lehnt die vorschnelle Einführung der elektronischen Patientenakte ab, bei der nur pauschal die gesamte Akte eingesehen werden kann oder die Einsichtnahme gar nicht möglich ist.

 

Daten aus psychotherapeutischen Behandlungen sind besonders sensible Daten. Ein Bekanntwerden kann weitreichende negative Folgen für das Leben der betroffenen Menschen haben. Psychisch kranke Menschen sind immer noch von Stigmatisierung bedroht. Es ist unverantwortlich, die e-Patientenakte ohne ein differenziertes
Berechtigungskonzept für die PatientInnen auf den Markt zu bringen.


Das Vorhaben zeigt, wie bedenkenlos der Gesundheitsminister in seinem Aktionismus mit den Rechten der Bürger umgeht. Wo bleibt da die erforderliche Umsicht?
Der bvvp fordert, im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens für das Digitale Versorgungsgesetz (DVG) eine eindeutige Verpflichtung aller Anbieter einer Elektronischen Patientenakte (ePa) zum selektiven Datenschutz in den Paragraphen 291h SGB-V aufzunehmen.
Nur so kann überhaupt Vertrauen in die ePA und alle weiteren Anwendungen der Telematik Infrastruktur entstehen.

 


Darüber hinaus wendet sich der bvvp eindeutig gegen die verschärften Sanktionen bei Nichtanschluss an die Telematik Infrastruktur (TI).

 

Staatlicher Druck und Zwang sind nicht die geeigneten Mittel, um die Akzeptanz der TI zu fördern. Der bvvp fordert das BMG zudem auf, die ernsthaften Bedenken der Kolleginnen und Kollegen, die den Anschluss verweigern, anzuhören und ihnen mit Fakten und klaren gesetzlichen Regelungen im Sinne des Patientenschutzes zu begegnen.


Ein weiteres Thema sind die von Bundesminister Spahn geforderten sogenannten
Datenspenden für die Forschung. "Datenspende ist ein Euphemismus: Der Patient
wird durch eine vermeintlich harmlose Datenspende zum wohlfeien Datenlieferanten
einer prosperierenden Gesundheitsindustrie", meint Benedikt Waldherr, Erster Vorsitzender des bvvp.

 

Bevor Daten freigegeben werden und bevor darüber diskutiert wird, über welche
Anreize die Patienten zur Datenfreigabe bewegt werden sollen (Stichwort „Incentivierung“), muss nach Ansicht des bvvp unbedingt eine grundlegende gesellschaftliche Diskussion über den ethisch angemessenen Umgang mit Gesundheitsdaten stehen. Nur wenn hier ein öffentliches Bewusstsein für die Implikationen eines leichtfertigen Umgangs mit so sensiblen Informationen geschaffen wird, kann über Datenspenden wirksam entschieden werden.

 

Mit mehr als 5200 Mitgliedern ist der bvvp die größte integrative Interessenvertretung
von ärztlichen, psychologischen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten.

 

Für den bvvp
Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Berlin, 28.05.2019

 

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG
 
122. Deutscher Ärztetag
Psychotherapeuten-Verbände kritisieren die Äußerungen des scheidenden BÄK-Präsidenten
 
Münster, 31.05.2019 Die Vertreter der beiden Psychotherapeutenverbände Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) und Deutsche PsychotherapeutenVereinigung DPtV kritisieren die Äußerungen von Prof. Frank Ulrich Montgomery zum Abschluss seiner Amtszeit in seiner Ansprache an die Delegierten bei der Eröffnung des Deutschen Ärztetags am 28.Mai in Münster. „Seine abwertenden Behauptungen sind überdies unzutreffend. Er diskreditiert damit nicht nur die Angehörigen eines akademischen Heilberufs, sondern sät auch Zwietracht zwischen psychotherapeutisch tätigen (Fach-)Ärzten und Psychologischen Psychotherapeuten. Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten sind vom Gesetzgeber seit über 20 Jahren gleichermaßen in die psychotherapeutische Versorgung eingebunden, arbeiten nach denselben Richtlinien, sind in den Beratenden Fachausschüssen der KVen und der KBV paritätisch vertreten. Möchte er das Rad zurückdrehen, zulasten der Versorgung von Patientinnen und Patienten?“ wundern sich die Vertreter der Verbände.
 
Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der DPtV, und Angelika Haun, Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, stellvertretende Vorsitzende des bvvp, stellen richtig: Weder ist das Ausbildungsreformgesetz der Psychotherapeuten ‚überflüssig‘, noch wird die Psychotherapie dadurch ‚aus der Medizin herausgelöst und zu einem eigenen Beruf erhoben‘: Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten sind seit 20 Jahren eigenständige Heilberufe neben den Ärzten. Das Ausbildungsreformgesetz ist dringend notwendig, längst überfällig, um Zugangsvoraussetzungen zur Ausbildung nach dem Bologna-Prozess zu vereinheitlichen und die sozialrechtlich nicht abgesicherte, ausgesprochen prekäre Ausbildungssituation in einem Beruf zu beenden, der eine der tragenden Säulen in unserem Gesundheitssystem ist.
 
Psychotherapie ist auch etwas zutiefst Ärztliches, aber – auch historisch – nichts allein Ärztliches. Sie kann nicht von einer Berufsgruppe alleine gepachtet werden. Psychotherapie hat wissenschaftliche Wurzeln in der Medizin, in der Psychologie, Pädagogik und weiteren Sozialwissenschaften und sie lebt vom Miteinander der verschiedenen Disziplinen in gegenseitiger Bereicherung. Eine Aufspaltung führt zu ihrer Verarmung. „Psyche und Soma werden sich nie voneinander trennen lassen“ ist Angelika Haun überzeugt „ganz unabhängig davon, welche Disziplinen und Berufsgruppen sich mit ihr beschäftigen. Die verschiedenen Berufsgruppen gehören zueinander, müssen sich gegenseitig integrieren, genauso wie die verschiedenen Bereiche von Psyche und Soma sich ineinander verschränken.“
 
Auch die Behauptung, Sigmund Freud würde sich im Grabe umdrehen, ist falsch. Freud war fest überzeugt, dass Menschen mit anderer als der ärztlichen Herkunft sehr gut, wenn nicht besser geeignet seien, Psychoanalytiker zu werden. Er meinte ganz im Gegenteil, dass die ärztliche Schulung auf Diagnostizieren und direktes Handeln der in der Psychoanalyse notwendigen gleich schwebenden Aufmerksamkeit abträglich sei!
 
Die in der Reform des Ausbildungsgesetzes geplante Psychotherapeutenausbildung umfasst mitnichten nur ein 5jähriges Studium, sondern ebenso wie bei Ärzten eine anschließende mindestens 5jährige Weiterbildungszeit im stationären und ambulanten Bereich; erst danach darf man in einer Praxis selbstständig mit Patienten arbeiten. Es ändert sich lediglich der Zeitpunkt der Approbation. Dieser wird ans Ende des Studiums vorverlegt, wo er bei Ärzten auch liegt. Die sozialrechtliche Befähigung zur selbständigen Ausübung des Berufes innerhalb unseres Gesundheitssystems ist, wie bei Ärzten auch, erst nach dem Abschluss der Weiterbildung gegeben.
 
„Wir arbeiten in versorgungsorientierten Projekten mit Ärzten gut und konstruktiv zusammen. Hier sei nur erinnert an das NPPV-Projekt (neurologisch-psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung) des Innovationsfonds in Nordrhein. Wir hoffen, dass die berufsgruppenübergreifende kooperative Versorgung weiter Fahrt aufnimmt“, stimmen die Verbände überein.
DPtV und bvvp setzen auf eine integrative, respektvolle, der Psychotherapie in jeder Hinsicht förderliche Zusammenarbeit mit dem neu gewählten Bundesärztekammervorstand, gratulieren herzlich zum neuen Amt und wünschen eine glückliche Hand.
 
Ansprechpartner für Medien
 
bvvp Bundesgeschäftsstelle
Anja Manz – Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 030 - 88 72 59 54 | Mobil 0157 80541481
E-Mail: presse@bvvp.de
 
Deutsche PsychotherapeutenVereinigung – DPtV
Ursula-Anne Ochel
Tel.: 033636 – 27 90 78 | Mobil 0171 – 322 43 46
E-Mail: DPtV-Presse@t-online.de

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im April

Mitgliederversammlung 2019 bvvp-Schleswig-Holstein

 

Samstag, dem 27.04.2019, 11 - ca. 14 Uhr im


VITALIA Seehotel, Am Kurpark 3, 23795 Bad Segeberg

 

Liebe Mitglieder,


ab 11 Uhr wollen wir die Mitgliederversammlung abhalten, nach den notwendigen Formalien an einem Lunchbuffet teilnehmen und miteinander ins Gespräch kommen, um z.B. über die Telematik-Problematik zu diskutieren, Ende 14 Uhr.

Über zahlreiches Erscheinen würden wir uns sehr freuen. Wir haben diesmal wieder diesen Ort gewählt, weil er zentral in S-H liegt und allen Mitgliedern besser bekannt sein dürfte als unser bisheriger Treffpunkt im etwas tristen My Tryp by Wyndham – Hotel in Bad Bramstedt.
Wir würden uns sehr freuen, wenn wir Sie für unser berufspolitisches Engagement interessieren könnten. Vielleicht haben einige der neuen Mitglieder Lust, sich zusammen mit dem jungen Forum (s. die Bundeshomepage dazu) für die Berufspolitik einzusetzen.
Unsere Vorstandswahl findet zwar erst wieder in 2020 statt, es wäre jedoch gut, sich schon jetzt über eine Mitarbeit im Vorstand Gedanken zu machen, damit die Arbeit im bvvp-sh auch nach 2020 weitergehen kann, zu unser aller Vorteil.

Das Protokoll der letzten Jahreshauptversammlung vom 24.03.2018 wurde Ihnen bereits Anfang Juni 2018 zugesandt. Es liegen aber auch Exemplare zur Einsicht bei der Mitgliederver-sammlung bereit.

Nutzen Sie die Möglichkeit, Ihre Fragen auf der Mitgliederversammlung zu stellen, sich mit uns auszutauschen und zu diskutieren. Vieles lässt sich mündlich umfassender erklären als es in den Rundbriefen möglich ist.

Änderungen der Tagesordnung können von den Mitgliedern bis zu 14 Tage vor der MV schriftlich (bzw. per E-Mail) beantragt werden.

Bitte geben Sie Frau Glüsing bis zum 20.04.2019 Bescheid, ob Sie zur Mitgliederversamm-lung ab 11 Uhr und zum Imbiss ab etwa 12 Uhr kommen können.

Jahreshauptversammlung des bvvp Schleswig-Holstein
am 27.04.2019

 


T A G E S O R D N U N G

TOP 1    Begrüßung und Genehmigung des Protokolls der letzten Jahreshauptversammlung

TOP 2    Bericht des Vorstandes

TOP 3    Bericht des Schatzmeisters
TOP 4    a) Bericht der Kassenprüfer (Frau Severloh-Straeter und Herr Dr.med. Andreas Ziegler)
             b) Entlastung des Schatzmeisters

TOP 5    Entlastung des Vorstandes

TOP 7    Verschiedenes

Ich hoffe, möglichst viele von Ihnen bei unserer Mitgliederversammlung begrüßen zu dürfen!

Dr. Katharina Laban, 1. Vors. des bvvp-Schleswig-Holstein

 

 

Pressemitteilung: Resolution des bvvp zum Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG): Grundsätzlich geeigneter Kabinettsentwurf aber noch dringender Regelungsbedarf                                                                                                                                                                                                                   

Berlin, 23.03.2019. Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) hält – gemäß seiner auf der bvvp Bundesdelegiertenkonferenz am 23. März 2019 verabschiedeten Resolution - den Kabinettsentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung grundsätzlich für geeignet, die Probleme der bestehenden Ausbildung zu Psychologischen Psychotherapeuten und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen zu lösen. Zu einer umfassenden Einschätzung fehlt jedoch nach Verbandsauffassung noch eine ausgearbeitete Approbationsordnung, deren Entwurf dringend vorgelegt werden sollte.

Die mangelnde Finanzierung der zukünftigen Weiterbildung sieht der bvvp als im Widerspruch stehend zum erklärten Reformziel, die Situation der zukünftigen WeiterbildungsteilnehmerInnen zu verbessern. Die Delegierten des bvvp forderten daher in ihrer Resolution die Sicherstellung einer soliden Finanzierung der Weiterbildung, die eine angemessene Vergütung beinhaltet wie auch die Kostendeckung für die Theorie, Selbsterfahrung und Supervision. Mit einer Sicherstellung der Finanzierung würde für die nach diesem Gesetz ausgebildete PsychotherapeutInnen ein hochwertiger Qualifikationsweg entstehen.

Der integrative Berufsverband, der ärztliche, psychologische und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen gleichermaßen vertritt, forderte zudem, dass die prekäre Situation tausender PsychotherapeutInnen in Ausbildung (PiA), die nicht unter das neue Gesetz fallen, beendet werden müsse. Die Übergangsregelungen müssten einen arbeits- und sozialrechtlichen Status festschreiben, der eine angemessene Bezahlung entsprechend ihrer akademischen Qualifikation sicherstellte. Die Übergangszeit sollte auf mindestens 15 Jahre verlängert werden, damit Studierende und PiA, die nach dem alten PsychThG die Ausbildung begonnen haben, diese ohne Zeitdruck ordnungsgemäß beenden könnten.

Dringenden Änderungsbedarf sieht der bvvp auch bei der Definition „heilkundlicher Psychotherapie“, die die Heilkundeerlaubnis für Psychotherapeuten unangemessen begrenze. Psychotherapieverfahren, Methoden und Techniken müssten von der Profession selbst weiterentwickelt werden können, fordert der Verband in seiner Resolution. Die Heilkundeerlaubnis dürfe nicht ausschließlich auf aktuell wissenschaftlich anerkannte Psychotherapieverfahren begrenzt sein. Er schlägt daher eine Formulierung analog der ärztlichen Heilkundeerlaubnis vor.
In Hinblick auf das zukünftige Approbationsstudium hält der bvvp mindestens ein zusätzliches Praxissemester für unabdingbar, um die Erteilung der Approbation nach dem Studium zu rechtfertigen. Außerdem müssten alle wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren in der Approbationsordnung mit Strukturqualität fest verankert werden. Nur wenn die Grundlagen dieser Verfahren ausreichend im Studium vermittelt würden, könne die vom Gesetzgeber geforderte verfahrensorientierte und altersgruppenspezifische Weiterbildung sinnvoll darauf aufbauen.

Zudem sieht der Gesetzesentwurf vor, dass das Studium nur an Universitäten oder ihnen gleichgestellten Hochschulen angeboten werden darf. Diese Vorgabe erscheint dem Berufsverband, der bundesweit mehr als 5200 PsychotherapeutInnen vertritt, als zu restriktiv. Er fordert, Fachhochschulen bzw. Hochschulen für angewandte Wissenschaften sollten die Möglichkeiten erhalten, einen Approbationsstudiengang anzubieten, sofern sie eine hochwertige akademische Strukturqualität erfüllen. Diese könne dann insbesondere durch umfassende Psychotherapieforschung, eine Ausbildungs- und Forschungsambulanz zur praktischen Qualifizierung sowie die Möglichkeit zur Promotion nachgewiesen werden - gegebenenfalls in Kooperation mit Universitäten.

Für den bvvp
Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Kassel, 23. März 2019

Den genauen Text der Resolution finden Sie hier.
20190323 bvvp Resolution_zum PsychThG.pd
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Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im März

Problematischer TSVG Passus entfernt - Verbände fordern Präzisierungen zu weiterem Vorgehen

 

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG von bvvp, DPtV und VAKJP


BMG fordert Regelungen des G-BA zur berufsgruppen-übergreifenden, koordinierten und strukturierten Versorgung psychisch Kranker – Verbände fordern Präzisierung


Berlin, 07.03.2019.

Der Schulterschluss im Protest von mehr als 30 psychotherapeutischen und ärztlichen Psychotherapieverbänden hatte Erfolg: Die gestufte und gesteuerte Versorgung wird nun doch nicht Teil des Terminservicegesetzes (TSVG). Die Psychotherapeutenverbände begrüßen, dass die Regierungskoalition den umstrittenen Zusatz zum Paragraphen 92 Absatz 6a Sozialgesetzbuch (SGB) V aus dem Gesetz herausnimmt. Allerdings sehen die Verbände auch bei der nun im Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz (PsychThGAusbRefG) vorgeschlagenen alternativen Formulierung noch Diskussionsbedarf.

Die Kritik aus Bundesrat und Koalition sowie eine von 217.000 Menschen unterzeichnete Petition hatten den Bundesgesundheitsminister zum Einlenken bewogen. Die Petentin, bvvp Vorstandsmitglied Ariadne Sartorius, sagte dazu: „Die große Solidarität von PsychotherapeutInnen, PatientInnen, Angehörigen und betroffenen Menschen in diesem Land hat deutlich gemacht: Es darf kein weiteres Nadelöhr in der psychotherapeutischen Behandlung, keine diskriminierende Benachteiligung in der Versorgung psychisch Kranker geben – und dafür werden wir uns auch weiterhin einsetzen.“

Der neue Gesetzestext im AusbRefG beinhaltet wiederum einen Auftrag an den Gemeinsamen Bundesausschuss, der jetzt für bestimmte Diagnosen und orientiert an Behandlungsleitlinien den Behandlungsbedarf festlegen und dafür ‚Regelungen für eine berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung‘ entwickeln soll. Außerdem sind Regelungen zur Förderung der Gruppentherapie und zur weiteren Vereinfachung des Gutachterverfahrens zu beschließen.

„Die Förderung der berufsgruppenübergreifenden Zusammenarbeit wird von uns begrüßt. Dagegen überrascht die Verortung dieser Regelung in einem Gesetz, das die berufsrechtlichen Belange einer spezifischen Berufsgruppen betrifft“, so die Vertreter der Verbände.

„Die gewählten Formulierungen können allerdings zu neuen Missverständnissen führen“, warnten Dipl.-Psych. Barbara Lubisch und Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr, die beiden Vorsitzenden von DPtV und bvvp. „Es sollte deutlich gemacht werden, dass für die geplante berufsgruppenübergreifende strukturierte Versorgung leitliniengerecht bestimmte Diagnosen auszuwählen sind; keinesfalls wäre es sachgerecht, Behandlungsumfang, -intensität und -art für jede Diagnose festzulegen.

Um weitere Konflikte zu vermeiden und gute Lösungen im Sinne der Patienten zu erarbeiten, stehen wir gerne zu weiteren Gesprächen zur Verfügung“, so die Vorsitzenden, die damit die Einigkeit der Verbände betonten.

bvvp Bundesgeschäftsstelle
Anja Manz - Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 30 88 72 59 54
Mobil +49 0157 80541481
E-Mail: presse@bvvp.de

 

Bewertungsausschuss setzt BSG-Urteile zur psychotherapeutischen Vergütung um: „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“


Berlin, den 05.03.2019. Das Warten hat ein Ende! In einem Spitzengespräch einigten sich die Kassenärztlichen Bundesvereinigung KBV und der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen in der letzten Woche auf gemeinsame Beschlussvorlagen zur „angemessenen Vergütung“ psychotherapeutischer Leistungen.

Damit wurden die letztinstanzlichen Urteile des Bundessozialgerichts vom 11. Oktober 2017 umgesetzt sowie neue Datengrundlagen des Statistischen Bundesamtes aus den Jahren 2014 und 2018 berücksichtigt. Die neuen Beschlüsse betreffen die Vergütung ab dem Jahr 2009.
„Wir sind es gewohnt, lange auf unsere Mindestvergütung zu warten und die Unterstützung der Gerichte zu benötigen“, konstatieren Ulrike Böker, eine der beiden Vertreter der Psychotherapeuten als stellvertretendes Mitglied des Bewertungsausschusses. Dieser Ausschuss- ein Gremium der Selbstverwaltung - legt die Rahmenbedingungen für die vertragsärztliche Vergütung fest. „Unser Dank gilt nun ganz besonders der KBV, die sich in den Verhandlungen konsequent für uns eingesetzt hat. Das Ergebnis kann sich sehen lassen.“


Zwar bewegen sich die Nachzahlungen von 2012 bis Mitte 2018 aufgrund der BSG-Urteile die eine Korrektur des Vergleichsbetrags forderten in Hinblick auf die sogenannten „nicht prägenden Anteile“ der Vergütung, auf einem niedrigen Niveau. Diese nichtprägenden Anteile umfassen z. B. belegärztliche Leistungen oder das Labor bis zu einer bestimmten Grenze des Gesamtumsatzes einer Facharztgruppe. Auch das neue Vergleichseinkommen ab 2014 bringt keine nennenswerten Steigerungen. Ab dem 1. Juli 2018 legt die Vergütung der genehmigungspflichtigen Leistungen, der Psychotherapeutischen Sprechstunde und der Akutbehandlung dann aber deutlich zu, weil auch die Vergleichseinkommen der Fachärzte, nach denen sich die Honorierung des Großteils der psychotherapeutischen Leistungen stets richtet,  in diesem Zeitraum deutlich angestiegen waren. Es ist mit einer annähernd 10-prozentigen Steigerung zu rechnen. Die exakten neuen Punktzahlen werden in den nächsten Wochen bekannt gegeben, wenn die Beschlüsse für den Bewertungsausschuss verschriftlicht worden sind. Wir werden Sie dann umgehend wieder informieren. Der nächste Schritt ist die Umsetzung der Beschlüsse in den regionalen KVen.

 

„Wir freuen uns für unsere Kolleginnen und Kollegen in der ambulanten Versorgung, die mit hoher Qualifikation und großem Engagement psychisch kranke Menschen in ihren Praxen behandeln und diese Verbesserung ihrer Einkommenssituation nicht nur verdienen, sondern auch dringend benötigen“, so die Honorarexpertin des bvvp. Nachvergütet wird wie immer nur an diejenigen, die ihre Honorarbescheide offen gehalten haben.

 

Ein Wermutstropfen bleibt: Im Spitzengespräch wurden an einigen Stellen Kompromisse zugunsten der Krankenkassenvorstellungen und zulasten der „angemessenen Vergütung“ getroffen, die nun wiederum von den Gerichten auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüft werden müssen. Diese nachträglichen Überprüfungen und damit offenen Honorare stellen sowohl für die wirtschaftlichen Planungen der niedergelassenen Psychotherapeuten als auch für die der Kassenärztlichen Vereinigungen einen nicht kalkulierbaren und belastenden Posten dar. „Wir hatten gehofft, dass sich unsere Widersprüche und Klageverfahren mit den neuen Beschlüssen erübrigen“, so Ulrike Böker. Und ergänzt: „Wenn die Kassen neue Verfahren wollen, dann sind wir bereit – an Erfahrung mangelt es uns jedenfalls nicht!“

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im Dezember

Mitzeichnungsverlauf der Petition 85363

 

Heilberufe - Ablehnung des Gesetzentwurfs zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom 25.10.2018

 

 

12.12.2018, 14:52 Uhr: Anzahl Online-Mitzeichner: 146.943!

 

Zeitlicher Verlauf

 

Grafik Mitzeichnungsverlauf

 

Das Quorum ist geschafft!
Wir können unser Anliegen also persönlich  vor dem Petitionsausschuss vortragen. Das ist schon jetzt ein Riesenerfolg!

 

 

Psychotherapeuten beklagen langes Warten auf Therapieplätze

 

Nachdem der bvvp so gute Arbeit mit der Petition geleistet hat, hat Herr Munz (DGPT Mitglied, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer) aktuell dazu der ARD ein Interview in der Tagesschau gegeben. So arbeiten doch alle gut zusammen!

© SPIEGEL ONLINE

Gesetzentwurf Psychotherapeuten wehren sich gegen Spahns Patientenkontrolle

Speziell ausgebildete Experten sollen künftig entscheiden, wer in Deutschland eine Psychotherapie bekommt. So will es zumindest Gesundheitsminister Jens Spahn - und löst damit einen Proteststurm aus.

Ein Interview von Julia Köppe mit Ariadne Sartorius (bvvp)

 

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/jens-spahn-plaene-fuer-psychisch-kranke-stossen-auf-heftigen-widerstand-a-1243190.html

 

Psychotherapeuten-Petition gegen TSVG - Quorum eine Woche vor Zeichnungsende erreicht !
 
Berlin, 6. Dezember 2018. Mit mehr als 64 000* Zeichnungen hat die Petition der Psychotherapeutenverbände an den Deutschen Bundestag gegen die Verschlechterung des freien Zugangs zur psychotherapeutischen Versorgung das notwendige Quorum erreicht. Ab 50 000 Stimmen wird eine Petition öffentlich beraten. Weitere 4 300 Unterschriften liegen von ausgelegten Listen vor. Die Petition wendet sich gegen die Schaffung von neuen Hürden im Zugang zur Psychotherapie. Das  im Kabinettsentwurf des Termin- und Servicegesetzes (TSVG) vorgesehene Modell der „gestuften und gesteuerten Versorgung“ in der Psychotherapie sieht vor, dass besonders qualifizierte Ärzte und psychologische Psychotherapeuten – und nicht etwa der spätere Behandler –  in Voruntersuchungen festlegen, zu welchem Hilfe- oder Therapieangebot die Betroffenen gehen dürfen. Dies würde eine erhebliche Verschlechterung und Belastung für die betroffenen Patienten bedeuten.
 
Auf den Weg gebracht haben die Petition die Psychotherapeutenverbände Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp), Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) und der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP). Sie werden inzwischen von 24 weiteren Verbänden der Psychotherapeuten unterstützt. „Die breite Gemeinsamkeit der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie weiterer Unterstützer aus der Bevölkerung sind ein starkes Signal“, betonen die Vertreter der Verbände.
 
Bis zum 13. Dezember 2018 können weitere Voten für die Petition mit der Nummer ID 85363 abgegeben werden. Der Deutsche Bundestag berät in der ersten Lesung am selben Tag den Gesetzentwurf. Die Verbandsvertreter übergeben die Stimmen vor den Beratungen dem Vorsitzenden des Petitionsausschusses.
 
Die Petentin Ariadne Sartorius und alle Mitstreiter fordern dringend ein Einlenken der Politik.
*Stand 06.12.2018, 13:00 Uhr

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im November

Aus dem KBV-Newsletter 22.11.2018


Systemische Therapie: G-BA stellt Weichen für erweitertes Versorgungsangebot


Für die ambulante psychotherapeutische Behandlung von Patienten könnte es künftig mit der systemischen Therapie ein weiteres Richtlinienverfahren geben. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dazu heute eine erste Entscheidung getroffen.
Mit seinem Beschluss stellte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den sektorenübergreifenden Nutzen und die medizinische Notwendigkeit der systemischen Therapie als Psychotherapieverfahren fest. Damit ist eine entscheidende Hürde für die anstehenden Beratungen genommen, um das wissenschaftlich anerkannte Verfahren in die psychotherapeutische Versorgung aufzunehmen.
Die KBV hatte sich bereits frühzeitig für eine Anerkennung des Nutzens der systemischen Therapie ausgesprochen und konnte sich mit dieser Position durchsetzen.
Systemische Therapie ist etabliertes Verfahren
Die systemische Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Fokus auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen liegt. Bei der Behandlung des Patienten kommen beispielsweise sogenannte Genogramme und zirkuläre Fragen zum Einsatz.
Mit der Aufnahme der systemischen Therapie in die Psychotherapie-Richtlinie stünden den Patienten alle derzeit vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie für die vertiefte Aus- und Weiterbildung empfohlenen Verfahren in der ambulanten psychotherapeutischen Behandlung zur Verfügung.
Aktuell sind dies die Verhaltenstherapie sowie die beiden psychodynamischen Verfahren der analytischen und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.
Die nächsten Schritte
Der G-BA will zeitnah die weiteren Beratungen zu Nutzen und Wirtschaftlichkeit aufnehmen. Erst dann kann die systemische Therapie in die Psychotherapie-Richtlinie aufgenommen und beispielsweise die Kontingente für die Behandlung in Einzel- und Gruppentherapie festgelegt werden – die PraxisNachrichten werden informieren.

Aufruf: Bitte unterschreiben Sie die Petition gegen eine "gestufte Steuerung" von hilfesuchenden, psychisch kranken Menschen

 

Der Gesetzentwurf zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom 25.10.2018 sieht eine „gestufte Steuerung“ von hilfesuchenden, psychisch kranken Menschen vor.

Ausgesuchte Behandler, deren Qualifikation noch definiert werden soll, sollen in Voruntersuchungen entscheiden, welchem Hilfs- bzw. Therapieangebot die Betroffenen zugeführt werden.
 
Eine Petition, die fordert, dass der Bundestag den Gesetzesentwurf ablehnen und an das zuständige Fachministerium zurückverweisen soll, verdient unsere Unterstützung.
 
Die freie Arztwahl soll eingeschränkt werden.

Das Gesetzesvorhaben:
https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/76.html
 

Bitte helfen Sie, dass dies nicht geschieht und informieren Sie auch Ihre Bekannten, Freunde und Angehörige.
 

 

Die nachfolgend aufgeführte Petition hat zum Ziel, dieses zu verhindern:
 
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2018/_10/_25/Petition_85363.html
 
Sie bekommt mehr Gewicht, je mehr Menschen sich auf der aufgeführten Seite des Bundestags registrieren und die Petition mitzeichnen.
 
Eine Mitzeichnung bedeutet, dass Sie sich nach Registrierung unter Nennung Ihres Namens oder eines Pseudonyms in die Liste derer, die die Petition unterstützen, eintragen.
 
 
Zum Hintergrund:
 
Wenn gesundheitliche Beschwerden bestehen, steht es Ihnen frei sich an die Hausärztin oder den Hausarzt zu wenden, dem Sie ihr Vertrauen schenken.
 
Bei seelischen Beschwerden können Sie sich darüber hinaus an eine psychotherapeutisch tätige Behandlerin oder einen psychotherapeutisch tätigen Behandler Ihrer Wahl wenden.
Diese(r) stellt Anhand Ihrer Beschwerden eine Diagnose und gibt eine Behandlungsempfehlung.
 
Hierbei kann es sich um einen Therapeuten handeln, den Sie schon persönlich kennen und dem Sie vertrauen.
Häufig helfen Empfehlungen von Bekannten, Freunden, Angehörigen oder Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt einen für Sie geeigneten Therapeuten zu finden.
 
Jede psychotherapeutisch tätige Behandlerin und jeder psychotherapeutisch tätige Behandler mit einem Kassensitz ist verpflichtet wöchentlich Sprechstundentermine anzubieten.
So ist gewährleistet, dass Sie auch tatsächlich einen Termin bei der Therapeutin oder dem Therapeuten Ihrer Wahl erhalten.
 
 
Die freie Therapeutenwahl soll nun in mehrfacher Hinsicht eingeschränkt werden:
 
Sollte das geplante Gesetz so in Kraft treten, wird bestimmt, welche Therapeutin oder welchen Therapeuten Sie bei seelischen Beschwerden zuerst aufsuchen müssen.
Sie oder er entscheidet dann, welche Form von Therapie bei Ihnen notwendig ist.
 
Sie können die Behandlungsmethode nicht mehr frei wählen.
 
Auch können Sie sie sich nur noch von den Therapeuten behandeln lassen, die die Therapieform anbieten, die für Sie als richtig erachtet worden ist.
 
 
Helfen Sie mit, dass der Gesetzentwurf geändert wird.
 
Beteiligen Sie sich aktiv, indem sie sich in die Liste der Unterstützer der Petition eintragen.
 
 

Berlin, 15.11.2018. Die Psychotherapeuten-Verbände  (Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten, bvvp)  Deutsche PsychotherapeutenVereinigung, DPtV, Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten, VAKJP) fordern den Bundestag dazu auf,  im Gesetzgebungsverfahren zum Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz - TSVG) die  vorgesehene Ergänzung zum Absatz 6a im § 92 SGB V abzulehnen.

„Gestufte Steuerung“ diskriminiert psychisch kranke Menschen

Der Gesetzentwurf diskriminiert mit der geplanten „gestuften Steuerung“ psychisch kranke Menschen und verzögert eine schnelle Behandlungsaufnahme. Gleichzeitig werden die Psychotherapeuten mit diesem Vorhaben diskriminiert, da ihnen eine Steuerungspraxis vorgeschaltet werden soll, die entscheidet, ob und wie der betroffene Patient behandelt wird.

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte in seinem Kabinettsentwurf des TSVG, dessen erste Lesung im Bundestag am 3. Dezember 2018 vorgesehen ist, in letzter Minute und ohne Einbeziehung von Fachverbänden, einen Zusatz zum Absatz 6a des § 92 Sozialgesetzbuch V (SGB V) eingeführt. Dieser sieht vor, dass besonders qualifizierte Ärzte und psychologische Psychotherapeuten – und nicht etwa der spätere Behandler - in Voruntersuchungen festlegen, zu welchem Hilfe- oder Therapieangebot die Betroffenen gehen dürfen. 

Freier Zugang wird beschnitten

Eine derartige, vorgeschaltete Selektion hebt den freien Zugang der Patientinnen und Patienten zum ärztlichen, psychologischen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auf und verlängert unnötig das Leiden der Betroffenen.
Den betroffenen PatientInnen wird damit die freie Auswahl ihres Behandlers nach eigenem Vertrauen genommen oder zumindest massiv eingeschränkt. Es wird ausgerechnet denen, die über oft enorme, hoch schambesetzte und intime seelische Belastungen sprechen müssen, eine zusätzliche Hürde zur Psychotherapie aufgebürdet und zudem ein neues Nadelöhr geschaffen.

Die beabsichtigte Neuregelung kann nur als der unangemessene Versuch einer Rationierung von Behandlungsleistungen aufgefasst werden, der die Nöte psychisch erkrankter Menschen nicht nachvollzieht.

Die Verbände fordern die Bundestagsabgeordneten und Gesundheitspolitiker aller Parteien auf, dafür Sorge zu tragen, dass der geplante Zusatz im § 92 (6a) SGB V ersatzlos gestrichen wird.

Die Petition 85363 kann von jedem mitgezeichnet werden und ist zu finden unter
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2018/_10/_25/Petition_85363.html

Für den bvvp
Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender

Für die DPtV
Dipl.-Psych. Barbara Lubisch
Bundesvorsitzende

Für den VAKJP
Dipl.-Psych. Dr. Helene Timmermann
Vorsitzende

Anfragen und Interviewwünsche bitte an:
bvvp Bundesgeschäftsstelle
Anja Manz - Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 30 88 72 59 54
Mobil +49 177 65 75 445
E-Mail: presse@bvvp.de

Deutsche PsychotherapeutenVereinigung DPtV
Ursula-Anne Ochel
Tel.: +49 33636 27 90 78
Mobil +49 171 322 43 46
E-Mail: DPtV-Presse@t-online.de

Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten  VAKJP
Götz Schwope
Tel: +49 5721 92 92 68
E-Mail: goetz-schwope@t-online.de


Gemeinsame Pressemitteilung der Psychotherapeutenverbände zum TSVG-Votum des Gesundheitsausschusses des Bundesrats:

 

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG zum Votum des Gesundheitsausschusses des Bundesrats: Psychotherapeuten aller Fachgruppen begrüßen ersten Schritt zur Ablehnung der ‚gestuften Steuerung‘

Die drei großen Verbände der Psychotherapeuten aller Fachgruppen (Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) und die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP)) begrüßen den Ende letzter Woche (7.11.2018) gefassten Beschluss des Gesundheitsausschusses des Bundesrates, die Streichung des Zusatzes zum § 92 Abs. 6a Sozialgesetzbuch V (SGB V) im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zu empfehlen.
Die Verbände und viele andere Psychotherapeuten hatten im Vorfeld heftig gegen diese im Kabinettsentwurf zum TVSG vorgesehene Regelung einer sogenannten ’gestuften und hierarchisch gesteuerten Versorgung’ psychisch kranker Menschen protestiert. Mit diesem Passus soll eine Vorselektion zum Behandlungsangebot für diese Patientengruppe eingeführt, und damit das Erstzugangsrecht für psychisch kranke Menschen zur Psychotherapie beschnitten werden - eine einzigartige Diskriminierung für die Betroffenen.
„Es gibt noch Vernunft in der Politik“, betont Benedikt Waldherr, Vorsitzender des Bundesverbands der Vertragspsychotherapeuten bvvp e.V. „Der Gesundheitsausschuss hat die wesentlichen Knackpunkte erkannt und benannt“, unterstreicht Waldherr weiter. Der Gesundheitsausschuss im Bundesrat hat sechs Gründe benannt, die zu der Entscheidung geführt hatten*.
„Wir hoffen, dass der Bundesrat in seiner kommenden Sitzung am 23.November 2018 diese aus Sorge vorgebrachten Bedenken teilt und sie dann in den Bundestag einbringen wird“, sagt Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der DPtV. „Das Erstzugangsrecht zum Psychotherapeuten muss für psychisch kranke Menschen uneingeschränkt erhalten bleiben.“

Für den bvvp

Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Berlin, 13.11.2018

Die Begründung für das Votum des Bundesrats-Gesundheitsausschusses entnehmen Sie bitte diesem Dokument.
20181113 Gemeinsame PM zum TSVG Beschlus
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Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im Oktober

Psychotherapeuten Verbände lehnen TSVG ab: Gemeinsame Pressemitteilung vier großer Psychotherapeutenverbände – und ein Kommentar des bvvp im Observer Gesundheit
 

Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp)
Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV)
Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT)
Vereinigung analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP)

Gemeinsame Pressemitteilung

Neue Engpässe statt guter Patientenversorgung – Psychotherapeuten Verbände lehnen TSVG ab

Berlin, 02. Oktober 2018. Vier große Fach- und Berufsverbände der Psychotherapeuten lehnen den Vorschlag Nr.51b im Kabinettsentwurf der Bundesregierung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in der vorliegenden Form einhellig ab. „Wir teilen die Zielsetzung der Politik, für Menschen mit psychischen Erkrankungen schnell und zeitnah einen psychotherapeutischen Therapieplatz bereitstellen zu können. Aus diesem Grund kämpfen die Psychologischen und Ärztlichen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten seit Jahren darum, eine deutlich bessere Versorgung zu erreichen. Die aktuellen Vorschläge der sog. ‚gestuften und gesteuerten Versorgung‘ für Menschen mit psychischen Erkrankungen würden aber neue Hürden schaffen und den Zugang zur Psychotherapie erschweren. Die zum § 92 Abs. 6a Sozialgesetzbuch V * aufgeführten Regelungen müssen ersatzlos gestrichen werden“, fordern die Verbandsvertreter und wissen sich darin einig mit der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die diesen Passus am letzten Freitag einstimmig abgelehnt hatte.

Erst 2017 wurde die psychotherapeutische Versorgung neu geordnet und die neuen Leistungen der psychotherapeutischen Sprechstunde und Akutbehandlung geschaffen. Untersuchungen zeigen positive Effekte: Die Wartezeiten auf ein erstes Gespräch und auf schnelle Erstinterventionen haben sich verkürzt. Eine systematische Evaluation sollte abgewartet werden, um ggf. gezielt weitere Anpassungen vorzunehmen. Entgegen den Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Spahn am 26.September 2018 im Deutschen Bundestag zeigen die Daten, dass die Versorgung sich mit der Zunahme der Anzahl von Psychotherapeuten verbessert. „Außerdem sollte das Anliegen eine flächendeckend gute psychotherapeutische Versorgung sein, einzelne besser versorgte Regionen hervorzuheben ist unangebrachte Stimmungsmache gegen Psychotherapeuten“, kritisieren die Verbände.
„Menschen mit psychischen Erkrankungen zuzumuten, eine zusätzliche Prüfung ihres Behandlungsbedarfs nicht durch ihren Behandler, sondern durch eine spezielle ‚Steuerungspraxis‘ vornehmen zu lassen, stellt eine beispiellose Diskriminierung dieser Patientengruppe dar. Sie müssten mehrere Stationen durchlaufen und sich mehreren Fachleuten offenbaren, ihre Autonomie würde eingeschränkt. Die Politik scheint die Notlage vieler psychisch erkrankter Menschen nicht ausreichend nachzuvollziehen.“

 

Kommentar des bvvp im Observer Gesundheit - Agentur für gesundheitspolitische Information
 
Lesen Sie im Kommentar zum selben Thema, warum der bvvp die Regelungen im TSVG für kontraproduktiv für Patienten erachtet, und einen überflüssiger Hürdenlauf zur Psychotherapie ablehnt.
 
Link: https://observer-gesundheit.de/ueberfluessiger-huerdenlauf-zur-psychotherapie/

 
Mit freundlichen Grüßen
 
Benedikt Waldherr
Vorsitzender des bvvp
 

14. PiA-Politik-Treffen am 29. September 2018 in Frankfurt/Main

 

Das Thema ist Money, Money, Money. Aspekte der Finanzierung der Reform und der Praktischen Tätigkeit

https://piapolitik.de/

Bundesdelegiertenkonferenz vom 13.-15.09.2018 in Berlin

 

Neben vielen interessanten Diskussionen zur aktuellen berufspolitischen Situation gab es eine öffentliche Veranstaltung mit Podiumsdiskussion zum Thema

 

"Gefangen im Netz? Digitalisierung und Psychotherapie"

 

Worum es in dem Vortrag ging und welche Positionen bei der Diskussion manifest wurden, lesen Sie hier.

 

 

 

Unser 1. Vorsitzender Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr moderierte zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern die Delegiertenversammlung.

Im Mittelpunkt des Fachvortrags von Dr. Silja Samerski, Soziologin an der Universität Bremen und Expertin für den Bereich E-Health, stand die Frage, welche Auswirkung die Digitalisierung auf die Selbstwahrnehmung und die therapeutische Beziehung hat, bzw. in wieweit diese Beziehung durch die Digitale Entwicklung bedroht ist. Moderation: Bernd Seguin (Journalist aus Hamburg)

 

Dr. med. Bartmann (scheidender Landesärztekammerpäsident), Julian Visarius (BKK Dachverband) und Bernhard Trenckhoff, Leiter der Stabsstelle Innovation der Kassenärztlichen Buindesvereinigung, diskutierten über den Nutzen und die Gefahren der Digitalisierung in der Psychotherapie (v.li.).

 

 

 

Frau Manz von der Bundesgeschäfsstelle stellte die neue Bundeshomepage vor und traf auf allgemeine Begeisterung.

 

Das Junge Forum stellte seine vielseitigen Aktivitäten vor.

Wichtig für den bvvp - denn hier wird der Bogen zu der jüngeren Generation geschlagen, deren Interessen der bvvp verstärkt mit verfolgen will.

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im August

Pressemitteilung: Der bvvp formuliert Stellungnahme zum Referentenentwurf für ein Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG):
Thesen für eine bessere psychotherapeutische Versorgung

 

bvvp begrüßt Förderung der Sprechenden Medizin - unter Vorbehalt einer Präzisierung

Die im TSVG aufgenommene Absicht, die zuwendungsorientierte, „sprechende Medizin“ zu fördern, wird vom bvvp begrüßt. Die Vorgaben hinsichtlich einer Förderung der Vergütung zeitgebundener psychotherapeutischer Leistungen sollten allerdings im Detail genauer gefasst werden. Zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Finanzierung sollten diese zeitgebundenen Leistungen zudem dauerhaft extrabudgetär vergütet werden. Die im TSVG vorgesehenen finanziellen Anreize zur Aufnahme neuer Patienten sollten auch auf die Psychotherapie ausgeweitet werden.


Verbesserungen in der Bedarfsplanung sind notwendig

Derzeit geht die zeitnahe Erstversorgung zu Lasten der Richtlinienpsychotherapie, weshalb die Einführung der Terminservicestellen TSS nicht zu einer insgesamt verbesserten psychotherapeutischen Versorgung führt. Die TSS bewirken keine Ausweitung der Kapazitäten der Psychotherapeuten mit ihren zeitgebundenen Leistungen. Hilfreich für die Versorgung wäre eine kritische Überprüfung der bedarfsgerechten Zahl der niedergelassenen Psychotherapeuten. Die Zulassungsausschüsse in den KVen müssen Spielräume erhalten, weil dort die regionale Versorgung am besten erfasst und gesteuert werden kann.
Unbedingt notwendig für eine gute Versorgung ist außerdem eine bedarfsgerechte Erhöhung der Anzahl psychiatrischer Praxen besonders in ländlichen Regionen.


Terminservicestelle mit Vermittlung rund um die Uhr und Vermittlung von Terminen für die Langzeittherapie sind unsinnig

Aus diesen Zusammenhängen ergibt sich auch, dass rund um die Uhr erreichbare TSS keinen weiteren Nutzen für die psychotherapeutische Versorgung bringen. Kontraproduktiv ist auch der Versuch, über die TSS langfristige Behandlungen der Richtlinienpsychotherapie zu vermitteln. Dringender, kurzfristiger Behandlungsbedarf wird bereits durch die 2017 neu eingeführte „Akutbehandlung“ abgedeckt. Langfristig gegenseitig vertrauensvolle Richtlinienpsychotherapieprozesse kann man nicht vermitteln, sondern nur entwickeln.


Es fehlen Maßnahmen gegen den Ärztemangel

Keinerlei Verständnis kann der bvvp für die Tatsache aufbringen, dass nun ein weiteres Versorgungsgesetz entstehen soll und dabei auf den bestehenden eklatanten Ärztemangel mit keinem Wort eingegangen wird. Es fehlt eine fundierte Analyse dieser Entwicklung und ein Maßnahmenpaket, das zur Behebung des Problems beitragen könnte. Alle Maßnahmen erscheinen ansonsten als reine Symptombehandlung ohne nachhaltigen Effekt. Die getroffenen Gesetzesregelungen gehen an wesentlichen Ursachen der Versorgungsengpässe vorbei. Es ist daher zu fürchten, dass sie den intendierten Zweck verfehlen.


bvvp fordert Modulationen bei der Ärztequote in der Bedarfsplanung

1.    Die Ärztequote soll erhalten bleiben, um Ärzte für die psychotherapeutische Versorgung zu gewinnen.
2.    Ärzte mit (dem ggf. fachgebundenen) Zusatztitel Psychotherapie sollen sich als Ärztliche Psychotherapeuten niederlassen können.
3.    Im Zusammenhang mit dem bestehenden eklatanten Nachwuchsmangel muss es den jetzt tätigen ärztlichen Psychotherapeuten und Fachärzten für Psychosomatische Medizin möglich sein, sofern kein ärztlicher Nachfolger gefunden wird, die Praxis mit Versorgungsrelevanz auch an einen Psychologischen Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten abzugeben. Diese Option muss gesetzlich verankert werden. Bislang gibt es hierzu nur richterliche Urteile.


bvvp fordert besonderen Schutz der Patientendaten

Psychotherapeuten und Psychiater erfahren sehr viel Persönliches und dokumentieren umfangreich. Menschen mit psychischen Erkrankungen werden immer noch stigmatisiert.  Der bvvp drängt deshalb auf den besonderen Schutz dieser Patientendaten sowohl auf den elektronischen Gesundheitskarten als auch auf der geplanten elektronischen Patientenakte.

Die ausführliche Argumentation des bvvp entnehmen Sie bitte der angefügten Stellungnahme an das Bundesministerium für Gesundheit.

Für den bvvp
Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Berlin, 24.08.2018

 

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG von bvvp, DPtV, VAKJP zum TSVG: Psychotherapeuten-Verbände sehen positive Ansätze

Vorgaben zur Stärkung der sprechenden undzuwendungsorientierten Fächer präzisieren

Berlin, 02. August 2018. Die Psychotherapeuten-Verbände Deutsche

PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Bundesverband der Vetragspsychotherapeuten (bvvp) und die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP) begrüßen, dass das Terminservice- und Versorgungsgesetz, TSVG, die Absicht des Koalitionsvertrages aufnimmt, die sprechende Medizin zu unterstützen. Die Überprüfung der technischen und nicht-technischen Anteile der Vergütung miteiner Fristsetzung Mitte 2019 wird als sinnvoll beurteilt.

Gerade die Vorgaben hinsichtlich einer angemessenen Vergütung aller zeitgebundenen psychotherapeutischen Leistungen sollten allerdings präziser ausfallen, „so reicht das nicht aus“, sind sich die Verbände einig. Außerdem sollten diese Leistungen dauerhaft extrabudgetär vergütet werden, um eine bedarfsgerechte Finanzierung sicherzustellen. Die im TSVG vorgesehenen finanziellen Anreize zur Aufnahme neuer Patienten sollten auch auf die Psychotherapie ausgedehnt werden, dazu sollten die Bewertungen der sehr zeitaufwändigen Psychotherapeutischen Sprechstunde und der Akutbehandlung angehoben werden.

Die Verlängerung der Frist bei der Überarbeitung der Bedarfsplanung darf nach Ansicht der Verbände nicht zum Freibrief für weitere Verzögerungen einer dringend notwendigen Reform werden. Diese Reform – aus der eine gezielte Erhöhung der Anzahl der Psychotherapeutensitze in schlechter versorgten Regionen resultieren muss - ist Grundlage einer verbesserten  sychotherapeutischen Versorgung. Alle Maßnahmen zur Ausweitung der Terminservicestellen (TSS) können bei den Psychotherapeuten nur durch ein bedarfsgerechtes Behandlungsangebot greifen. „Die enorme Spreizung der Verhältniszahlen zwischen den unterschiedlichen Regionstypen im Bereich der Psychotherapeuten entspricht in keiner Weise der Häufigkeit psychischer Erkrankungen, dies ist einfach unangemessen“, betonen die Verbände. Ob – wie im TSVG vorgesehen – die Öffnung ländlicher Bereiche etwas bringe, müsste diskutiert werden; neben den ländlichen Regionen wird ein stärkerer Bedarf in den so genannten mitversorgten Regionen im Umland größerer Städte gesehen.

Die Erhöhung der Mindestsprechstundenzeit auf 25 Stunden wird dagegen nach Ansicht der Verbände für die  psychotherapeutische Versorgung nicht viel bringen: „Die niedergelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten arbeiten durchschnittlich 49 Wochenstunden, davon 31 Stunden im direkten Patientenkontakt, weit überwiegend mit gesetzlich Versicherten (Angaben nach Zi Praxis-Panel Jahresbericht 2015). Hilfreich wäre eine Entlastung von Bürokratie, aber auch die Anerkennung der zur guten Patientenbehandlung notwendigen ergänzenden Leistungen wie Kooperations- und Koordinierungsleistungen.“

Nach Ansicht der Psychotherapeuten-Verbände verdienen die Pläne zur Einführung der elektronischen Patientenakte ein äußerst kritisches Augenmerk: „Die Schweigepflicht ist bei psychischen Erkrankungen ein besonders sensibles Thema. Ob das TSVG den Patienten einen ausreichenden Schutz gegenüber den Begehrlichkeiten verschiedener Player an den Datensammlungen bietet, muss sorgfältig geprüft werden.“

Fragen von Medien beantwortet:
Ursula-Anne Ochel, Tel.: 033636 – 27 90 78 oder 0171 – 322 43 46
E-Mail: GemeinsamePM_bvvp_DPtV_VAKJP@t-online.de

 

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im Mai

22.500 Unterschriften für rasche Reform der Psychotherapeutenausbildung
Akteure des PiA-Politik-Treffens übergeben Petition an den Ausschuss für Gesundheit

 

Am 6. Juni 2018 um 9:00 Uhr übergeben wir, Akteure des PiA-Politik-Treffens (www.piapolitik.de), ca. 22.500 Unterschriften direkt an den Ausschuss für Gesundheit im Bundestag. Die Petition fordert eine rasche Reform der Psychotherapeutenausbildung (https://weact.campact.de/petitions/reform-der-psychotherapie-ausbildung-in-der-nachsten-legislatur). Ein begleitender Protest mit Redebeiträgen und Vortrag eines Protestlieds wird von 8.30 – 10.00 Uhr vor dem Paul-Löbe-Haus in Berlin (Konrad-Adenauer-Straße 1, 10557 Berlin, Eingang West) stattfinden.

 

Der Zeitpunkt wurde gewählt, da der Ausschuss an diesem Tag seine Arbeit aufnimmt und unsere Reform in der letzten Legislaturperiode nicht realisiert wurde. Leider bekommen die Psychotherapeuten massiv Gegenwind von den Ärzten, die der Integration eines nichtärztlichen Heilberufs in das Gesundheitssystem skeptisch gegenüberstehen (https://www.presseportal.de/pm/9062/3941407).

 

Zudem profitieren die Kliniken von den billigen Arbeitskräften der Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA), die nicht selten mit abgeschlossenem Studium als Psychologin 12 Monate in den Akutpsychiatrien im Rahmen der Ausbildung arbeiten, ohne vergütet zu werden, bzw. sich schon freuen sollen über den Mindestlohn.

 

Der Berufsstand erwartet von der Reform eine Beendigung dieses berufs- und sozialrechtlich unklaren Ausbildungsabschnitts, d.h. eine angemessene Finanzierung dieser praktischen Phase, sowie eine Regelung des Zugangs zur Ausbildung. Ein Arbeitsentwurf zum Reform wurde letzten Sommer von der Bundespsychotherapeutenkammer vorgelegt (https://piapolitik.de/treffen/ausbildungsreform/).

 

Alle PiA und alle PsychotherapeutInnen, die solidarisch mit unserem Anliegen sind, sind zur Übergabe der Unterschriften und der begleitenden Aktion herzlich einladen: Mittwoch, 6. Juni, 8.30 - 10.00 Uhr! Wir freuen uns auf viel Unterstützung!

 

Die vier großen Psychotherapeuten-Verbände fordern in gemeinsamer Pressemitteilung:
Reform der Psychotherapeutenausbildung fortsetzen

In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die vier großen Psychotherapeuten-Verbände bvvp, DGVT, DPtV und VAKJP mit insgesamt über 28 000 Mitgliedern die Politik auf, das Gesetzgebungsverfahren zur Reform der Psychotherapeutenausbildung zügig fortzusetzen. Nach dem Deutschen Psychotherapeutentag am 21.April 2018 verabschiedeten auch die im ‚Gesprächskreis II‘ zusammengeschlossenen über 30 Verbände der Psychotherapeuten die Forderung nach einer Reform der Psychotherapeutenausbildung. Sie unterstützten die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vorgelegten Eckpunkte und bekräftigten die Notwendigkeit der sozialrechtlichen Absicherung der zukünftig an das Studium anschließenden Weiterbildung.
Die vollständige Pressemitteilung der folgenden Verbände* finden Sie im Anhang.

Pressemitteilung: Reform der Psychotherapeutenausbildung fortsetzen
20180515 PM_Reform PT_Ausbildung fortset
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Der bvvp positioniert sich: Pro Zusammenarbeit mit Ärzten, Contra Zwietracht

Der Deutsche Ärztetag steht kurz bevor, das Thema „Psychische Erkrankungen: Versorgung aus ärztlicher Sicht“ steht dort auf dem Programm. Zur Einstimmung auf das Thema gehen einige ärztliche Verbände derzeit mit Stellungnahmen gegen die Neuordnung der psychotherapeutischen Ausbildung an die Öffentlichkeit.

Das BMG hatte dazu im Juli 2017 einen Arbeitsentwurf zu einer Gesetzesänderung vorgelegt. Darin wird ein eigener Studiengang Psychotherapie mit anschließender Weiterbildung vorgesehen, der mit der Struktur der ärztlichen Ausbildung vergleichbar ist.
                                                    Pressemitteilung

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im April

bvvp Pressemitteilung:


Der bvvp begrüßt die Entscheidung des Deutschen Psychotherapeutentages gegen einen Modell­studien­gang „Psychopharmakologie“

Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) begrüßt die Entscheidung des Deutschen Psychotherapeutentages vom 20. und 21. April in Bremen gegen den vorgesehenen Modell­studien­gang „Psychopharmakologie“. Der bvvp lehnt – gemäß seiner am 8. März 2018 auf der Delegiertenversammlung des Verbands verabschiedeten Resolution – die Verordnung von Psychopharmaka durch Psychotherapeuten ab. Die Zukunft der Psychotherapie liegt nicht darin, dass Psychologische Psychotherapeuten und Kinder -und Jugendlichen-Psychotherapeuten künftig Psychopharmaka verordnen können.

 

Die ausführiche Begründung entnehmen Sie bitte dem Download.


Für den bvvp
Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Berlin, 24.04.2018

 

Pressemitteilung: bvvp begrüßt die Entscheidung des Deutschen Psychotherapeutentages gegen einen Modellstudiengang Psychopharmakologie
20180424 bvvp PM_Zustimmung DPT Ablehnun
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bvvp Presseerklärung

 

bvvp fordert: Psychotherapie soll als Kernfach eines modernen Gesundheitssystems definiert werden


Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) begrüßt, dass der neue Gesundheitsminister Spahn mit Schwung an seine neue Aufgabe geht. Er hat sich verschiedentlich dazu geäußert, dass er die ambulante Versorgung verbessern will. Der bvvp geht davon aus, dass der Minister dabei auch an die Versorgung psychisch Kranker gedacht hat.
Da er dies bisher aber nicht explizit erwähnt hat, weist der bvvp darauf hin, dass dieser Bereich besonders wichtig ist. Damit einher geht die Forderung und Bitte des bvvp, dass sich der Minister mit großer Sorgfalt um diesen Bereich kümmert, und sich mit Vertretern des Faches abspricht, bevor er große Würfe wagt. Psychotherapeutische Versorgung und die Behandlung psychisch kranker Menschen unterliegen in mancher Hinsicht anderen Regeln und Gesetzmäßigkeiten als die Behandlung somatischer Krankheiten. Das sollte von dem offenbar tatendurstigen Gesundheitsminister unbedingt berücksichtigt werden.
Die Gesundheitspolitik in unserem Land muss realisieren, dass in einer Welt, in der sich die Behandlung von Krankheit technisiert und das Gesundheitswesen digitalisiert, menschliche Individualität aus dem Blick zu geraten droht. In dieser Situation ist abzusehen, dass die Qualität ärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung zunehmend daran gemessen werden wird, wie viel Zeit und Raum für die Patienten mit ihrer persönlichen Lebens- und Krankheitsgeschichte zur Verfügung stehen. Schon jetzt suchen z.B. alte Menschen beim Hausarzt nicht mehr nur medizinischen Rat. Sie suchen persönliche Behandlung, Kontakt und ei-en Weg aus der Vereinsamung.
Die Bemühungen in der Politik und der Medizin, den Kontakt zum Patienten digital zu organisieren und telemedizinisch zu gestalten, sind deshalb nicht nur als Fortschritt zu sehen. Als Psychotherapeuten müssen wir warnen: Immer mehr Technisierung hat zur Folge, dass die Patienten immer weniger als Personen wahrgenommen werden. Die Zunahme depressiver Erkrankungen kann auch das Ergebnis dieser Prozesse sein, die befördern, dass allein gelassene Menschen die verloren gegangene menschliche Zuwendung als Krankheit kommunizieren.
In einer Welt, in der das zur Verfügung stehende Geld auch Maßstab dafür ist, wie sehr eine gesellschaftliche Aufgabe ernst genommen wird, müssen wir den Minister dringend bitten, mit dafür zu sorgen, dass ausreichend Honorar für die Behandlung psychisch kranker Menschen zur Verfügung steht.
Immer noch hat die Psychotherapie innerhalb der übrigen medizinischen Fachgebiete bei Weitem weder von ihrem Status noch von ihrer Honorierung her das Gewicht, das sie inzwischen in der Versorgung kranker Menschen hat. Zeitgebundene sprechende Medizin und psychotherapeutische Behandlungen können weder schneller abgeleistet, noch können sie delegiert oder aufgrund der Weiterentwicklung der Technik effektiver gestaltet werden. Psychische Entwicklungsprozesse brauchen Zeit und die Geduld des Arztes oder Psychotherapeuten und die Sicherheit eines ausreichenden zeitlichen Rahmens.
An technikbasierter Medizin und an Pharmazeutika wird dagegen sehr viel verdient: Medizin, Labor-, Radiologie- und Computertechnik in der Digitalisierung sowie die Pharma-Forschung sind wichtige konkurrierende Industriezweige. So wertvoll sie auch sein mögen, so geringschätzend werden zugleich zuwendungsorientierte Verfahren wie die Psychotherapie behandelt.
Zu Recht soll in der Psychotherapeutischen Sprechstunde abgeklärt werden, ob nicht auch andere psychosoziale Stellen die Behandlung und Beratung der Patienten übernehmen können. Als Psychotherapeuten sehen wir jedoch, dass es immer weniger solche Stellen gibt, in denen bisher prophylaktisch manche Zuspitzung von
Konflikten zur Krankheit verhindert werden konnte. Inzwischen kommen immer mehr
dieser Menschen krank in die psychotherapeutischen Praxen.
Insofern ein klarer Appell an unseren neuen Gesundheitsminister Herrn Jens Spahn:

 

Definieren Sie die Psychotherapie konstruktiv und offensiv als eines der Kernfächer unseres Gesundheitssystems und sorgen Sie für eine sachgerechte Abbildung der Leistungen der sprechenden Fächer in EBM und GOÄ.

 

Anbei eine Aufstellung, die zeigt, dass in der Psychotherapie keine „Zweiklassenmedizin“ besteht, weil sich GKV und PKV in diesem Bereich kaum unterscheiden. In mancher Hinsicht sind die Bedingungen in der GKV im Bereich Psychotherapie sogar günstiger.

 

Für den bvvp: Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr 1. Vorsitzender
Berlin, 26.02.2018

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im März

bvvp-Pressemitteilung: bvvp zum BARMER-Arztreport 2018:
Psychische Erkrankungen bedürfen einer fachlichen Diagnostik
Die BARMER Ersatzkasse kommt in ihrem diesjährigen Arztreport zu der Feststellung, dass immer mehr junge Erwachsene unter psychischen Störungen leiden. Zwischen 2005 und 2006 sei der Anteil um 38 Prozent gestiegen. Selbst bei den Studierenden, die bisher als weitgehend gesunde Gruppe galten, sei inzwischen jeder Sechste von einer psychischen Erkrankung betroffen. Hintergrund sei laut Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER, steigender Zeit- und Leistungsdruck bei den angehenden Akademikern, sowie finanzielle Sorgen und Zukunftsängste.
Der bvvp begrüßt, dass die BARMER das drängende Problem zunehmender psychischer Erkrankungen bei jungen Erwachsenen in den Fokus rückt. Dieses Thema erfordert dringend die Beachtung aller zuständigen Akteure im Gesundheitswesen.
Dass die BARMER allerdings als Erstes auf Online-Angebote verweist, halten wir aus fachlicher Sicht für problematisch. Online-Angebote können, wenn sie zertifiziert und datensicher sind, eine erste Hilfe zur Selbsthilfe sein. Psychische Erkrankungen bedürfen jedoch unbedingt der fachlichen Diagnostik und Indikation, um Verschlechterungen, Chronifizierungen und unnötig lange Leidenswege zu vermeiden. Daher ist es zu begrüßen, wenn auch Menschen mit einer leichten Depression einen Psychotherapeuten aufsuchen, bevor diese sich zu einer schweren Depression entwickelt hat. Die Behauptung, dass man nicht bei jeder schlechten Phase einen Psychotherapeuten brauche, die der Vorstandsvorsitzende der BARMER, Prof. Straub, aufstellt, halten wir für gefährlich, da nur Fachleute einschätzen können, ob die `schlechte Phase‘ eine Depression ist oder sich eine psychische Erkrankung ankündigt. Für diese Abklärung wurde die psycho- therapeutische Sprechstunde geschaffen, in der eine orientierende Diagnostik durchgeführt wird und die PatientInnen fachlich beraten werden, ob eine psychische Erkrankung vorliegt und welche Behandlung oder andere Hilfe für sie in Frage kommt.
Danach sehen sie sich allerdings mit der Schwierigkeit konfrontiert, dass es in vielen Regionen Deutschlands noch immer zu wenige Behandlungsplätze gibt. „Die Psychotherapeuten sind selbstverständlich bereit, sich der PatientInnen anzunehmen und tun es bereits in großer Zahl. Das Problem ist die anachronistische Bedarfsplanung, die verhindert, dass sich ausreichend PsychotherapeutInnen niederlassen können und für die Behandlung der PatientInnen zur Verfügung stehen. Dieser Problematik sollte sich die BARMER annehmen“, betont bvvp- Vorstandsmitglied, Frau Eva-Maria Schweitzer-Köhn.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Probleme und die Kosten zunehmend in das Gesundheitssystem verschoben werden, während von Kommunen, Universitäten,

Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden finanzierte Beratungsstellen, die viele der Krisen von Studierenden abfangen konnten, nicht mehr in dem Maße zur Verfügung stehen.
Das Problem des Zeit- und Leistungsdrucks ist zudem ein gesellschaftliches, das man nicht einfach als gegeben hinnehmen sollte. Psychotherapie droht mehr und mehr zur Reparaturwerkstatt für gesellschaftliche Prozesse zu werden, die als persönliche Krankheit individualisiert werden.

Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr 1. Vorsitzender
Quelle: bvvp, 26.02.18

 

bvvp-Pressemitteilung: Keine 2-Klassen-Medizin in der Psychotherapie
Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten bvvp begrüßt die Entscheidung der Verhandlungskommission von Union und SPD, bei der Honorarfrage keine Schnellschüsse vorzunehmen.
„Wir Psychotherapeuten haben nur eine Chance, zusammen mit der sprechenden Medizin bei einer gemeinsamen Gebührenordnung vernünftig berücksichtigt zu werden, wenn das Thema von Fachleuten mit großer Detailkenntnis bearbeitet wird“, so der Vorsitzende des bvvp, Benedikt Waldherr.
Der bvvp fordert deshalb schon jetzt, dass in die entsprechende Kommission Fachleute aufgenommen werden, die die Besonderheiten der Leistungserbringung durch Psychotherapeuten vertreten können. „Wir Psychotherapeuten sind nicht in der Versuchung, eine Zweiklassenmedizin zu betreiben, da die Vergütung für die Privatpatienten so niedrig ist, dass sie keinerlei wirtschaftlichen und organisatorischen Vorteil gegenüber der Behandlung von gesetzlich Versicherten bietet,“ betont die stellvertretende Vorsitzende Angelika Haun.
Seit Jahren werden Psychotherapeuten auf eine zukünftige Anpassung von GOÄ und EBM vertröstet mit der Parole, dass nun aber wirklich die sprechende Medizin, die eigentlich zuhörende Medizin heißen müsste, gegenüber den technischen Fächern besser bezahlt werden müsste.
Die große Koalition hat jetzt die Chance, der Selbstverwaltung Vorgaben zu machen, mit der eine gerechtere Verteilung der Mittel bei den Honoraren gewährleistet wird.
Der Vorstand des bvvp sieht in der Möglichkeit, dass die bisherige Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Frau Widmann-Mauz, Gesundheitsministerin werden könnte, eine Person an entscheidender Stelle, die die Psychotherapie schon immer als wichtigen Bereich mit eigenem Regelungsbedarf und eigenen Arbeitsbedingungen im Blick hatte.
Der bvvp begrüßt außerdem, dass der zügige Abschluss der Ausbildungsreform der Psychologischen und Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen als Ziel in das Koalitionspapier aufgenommen wurde.
Der bvvp ist der einzige Verband, der sich berufsgruppen- und verfahrensübergreifend für die Interessen aller VertragspsychotherapeutInnen einsetzt. In ihm haben sich über 5.000 Ärztliche PsychotherapeutInnen, PsychologischePsychotherapeutInnen sowie Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen alleranerkannten Richtlinienverfahren zusammengeschlossen.

Quelle: bvvp, 09.02.18

bvvp-Pressemitteilung: bvvp beschließt auf seiner Delegiertenversammlung eine Resolution gegen den Modellstudiengang Psychopharmakotherapie in der Psychotherapieausbildung

Die Delegierten des bvvp haben sich auf ihrer Versammlung am 09.3.2018 in Fulda gegen den im Arbeitsentwurf eines Gesetzes zur Reform der Psychotherapeutenausbildung vorgesehenen Modellstudiengang zur Verordnung von Psychopharmaka ausgesprochen – und eine entsprechende Resolution verabschiedet.
Sie betonen darin, dass PsychotherapeutInnen - ärztliche wie psychologische und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen - ihrem Selbstverständnis nach wesentlich psychotherapeutische Methoden zur Heilung und Linderung psychischer und psychisch bedingter körperlicher Störungen nutzen, was auch weiterhin das Mittel der Wahl bleiben solle.
Den Stellenwert der Behandlung psychischer Störungen mit Medikamenten bei entsprechenden Indikation erkennen sie dabei jedoch an, sie sehen aber die Verordnung von Medikamenten alles etwas an, was originär zum Aufgabenfeld der Ärzte gehört. Die Delegierten betonen dabei ausdrücklich die Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit zwischen den Heilberufen.

Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
Quelle: bvvp, 09.03.18