Aktuelles

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im November

Gemeinsame Pressemitteilung der Psychotherapeutenverbände zum TSVG-Votum des Gesundheitsausschusses des Bundesrats:

 

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG zum Votum des Gesundheitsausschusses des Bundesrats: Psychotherapeuten aller Fachgruppen begrüßen ersten Schritt zur Ablehnung der ‚gestuften Steuerung‘

Die drei großen Verbände der Psychotherapeuten aller Fachgruppen (Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) und die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP)) begrüßen den Ende letzter Woche (7.11.2018) gefassten Beschluss des Gesundheitsausschusses des Bundesrates, die Streichung des Zusatzes zum § 92 Abs. 6a Sozialgesetzbuch V (SGB V) im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zu empfehlen.
Die Verbände und viele andere Psychotherapeuten hatten im Vorfeld heftig gegen diese im Kabinettsentwurf zum TVSG vorgesehene Regelung einer sogenannten ’gestuften und hierarchisch gesteuerten Versorgung’ psychisch kranker Menschen protestiert. Mit diesem Passus soll eine Vorselektion zum Behandlungsangebot für diese Patientengruppe eingeführt, und damit das Erstzugangsrecht für psychisch kranke Menschen zur Psychotherapie beschnitten werden - eine einzigartige Diskriminierung für die Betroffenen.
„Es gibt noch Vernunft in der Politik“, betont Benedikt Waldherr, Vorsitzender des Bundesverbands der Vertragspsychotherapeuten bvvp e.V. „Der Gesundheitsausschuss hat die wesentlichen Knackpunkte erkannt und benannt“, unterstreicht Waldherr weiter. Der Gesundheitsausschuss im Bundesrat hat sechs Gründe benannt, die zu der Entscheidung geführt hatten*.
„Wir hoffen, dass der Bundesrat in seiner kommenden Sitzung am 23.November 2018 diese aus Sorge vorgebrachten Bedenken teilt und sie dann in den Bundestag einbringen wird“, sagt Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der DPtV. „Das Erstzugangsrecht zum Psychotherapeuten muss für psychisch kranke Menschen uneingeschränkt erhalten bleiben.“

Für den bvvp

Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Berlin, 13.11.2018

Die Begründung für das Votum des Bundesrats-Gesundheitsausschusses entnehmen Sie bitte diesem Dokument.
20181113 Gemeinsame PM zum TSVG Beschlus
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Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im Oktober

Psychotherapeuten Verbände lehnen TSVG ab: Gemeinsame Pressemitteilung vier großer Psychotherapeutenverbände – und ein Kommentar des bvvp im Observer Gesundheit
 

Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp)
Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV)
Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT)
Vereinigung analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP)

Gemeinsame Pressemitteilung

Neue Engpässe statt guter Patientenversorgung – Psychotherapeuten Verbände lehnen TSVG ab

Berlin, 02. Oktober 2018. Vier große Fach- und Berufsverbände der Psychotherapeuten lehnen den Vorschlag Nr.51b im Kabinettsentwurf der Bundesregierung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in der vorliegenden Form einhellig ab. „Wir teilen die Zielsetzung der Politik, für Menschen mit psychischen Erkrankungen schnell und zeitnah einen psychotherapeutischen Therapieplatz bereitstellen zu können. Aus diesem Grund kämpfen die Psychologischen und Ärztlichen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten seit Jahren darum, eine deutlich bessere Versorgung zu erreichen. Die aktuellen Vorschläge der sog. ‚gestuften und gesteuerten Versorgung‘ für Menschen mit psychischen Erkrankungen würden aber neue Hürden schaffen und den Zugang zur Psychotherapie erschweren. Die zum § 92 Abs. 6a Sozialgesetzbuch V * aufgeführten Regelungen müssen ersatzlos gestrichen werden“, fordern die Verbandsvertreter und wissen sich darin einig mit der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die diesen Passus am letzten Freitag einstimmig abgelehnt hatte.

Erst 2017 wurde die psychotherapeutische Versorgung neu geordnet und die neuen Leistungen der psychotherapeutischen Sprechstunde und Akutbehandlung geschaffen. Untersuchungen zeigen positive Effekte: Die Wartezeiten auf ein erstes Gespräch und auf schnelle Erstinterventionen haben sich verkürzt. Eine systematische Evaluation sollte abgewartet werden, um ggf. gezielt weitere Anpassungen vorzunehmen. Entgegen den Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Spahn am 26.September 2018 im Deutschen Bundestag zeigen die Daten, dass die Versorgung sich mit der Zunahme der Anzahl von Psychotherapeuten verbessert. „Außerdem sollte das Anliegen eine flächendeckend gute psychotherapeutische Versorgung sein, einzelne besser versorgte Regionen hervorzuheben ist unangebrachte Stimmungsmache gegen Psychotherapeuten“, kritisieren die Verbände.
„Menschen mit psychischen Erkrankungen zuzumuten, eine zusätzliche Prüfung ihres Behandlungsbedarfs nicht durch ihren Behandler, sondern durch eine spezielle ‚Steuerungspraxis‘ vornehmen zu lassen, stellt eine beispiellose Diskriminierung dieser Patientengruppe dar. Sie müssten mehrere Stationen durchlaufen und sich mehreren Fachleuten offenbaren, ihre Autonomie würde eingeschränkt. Die Politik scheint die Notlage vieler psychisch erkrankter Menschen nicht ausreichend nachzuvollziehen.“

 

Kommentar des bvvp im Observer Gesundheit - Agentur für gesundheitspolitische Information
 
Lesen Sie im Kommentar zum selben Thema, warum der bvvp die Regelungen im TSVG für kontraproduktiv für Patienten erachtet, und einen überflüssiger Hürdenlauf zur Psychotherapie ablehnt.
 
Link: https://observer-gesundheit.de/ueberfluessiger-huerdenlauf-zur-psychotherapie/

 
Mit freundlichen Grüßen
 
Benedikt Waldherr
Vorsitzender des bvvp
 

14. PiA-Politik-Treffen am 29. September 2018 in Frankfurt/Main

 

Das Thema ist Money, Money, Money. Aspekte der Finanzierung der Reform und der Praktischen Tätigkeit

https://piapolitik.de/

Bundesdelegiertenkonferenz vom 13.-15.09.2018 in Berlin

 

Neben vielen interessanten Diskussionen zur aktuellen berufspolitischen Situation gab es eine öffentliche Veranstaltung mit Podiumsdiskussion zum Thema

 

"Gefangen im Netz? Digitalisierung und Psychotherapie"

 

Worum es in dem Vortrag ging und welche Positionen bei der Diskussion manifest wurden, lesen Sie hier.

 

 

 

Unser 1. Vorsitzender Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr moderierte zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern die Delegiertenversammlung.

Im Mittelpunkt des Fachvortrags von Dr. Silja Samerski, Soziologin an der Universität Bremen und Expertin für den Bereich E-Health, stand die Frage, welche Auswirkung die Digitalisierung auf die Selbstwahrnehmung und die therapeutische Beziehung hat, bzw. in wieweit diese Beziehung durch die Digitale Entwicklung bedroht ist. Moderation: Bernd Seguin (Journalist aus Hamburg)

 

Dr. med. Bartmann (scheidender Landesärztekammerpäsident), Julian Visarius (BKK Dachverband) und Bernhard Trenckhoff, Leiter der Stabsstelle Innovation der Kassenärztlichen Buindesvereinigung, diskutierten über den Nutzen und die Gefahren der Digitalisierung in der Psychotherapie (v.li.).

 

 

 

Frau Manz von der Bundesgeschäfsstelle stellte die neue Bundeshomepage vor und traf auf allgemeine Begeisterung.

 

Das Junge Forum stellte seine vielseitigen Aktivitäten vor.

Wichtig für den bvvp - denn hier wird der Bogen zu der jüngeren Generation geschlagen, deren Interessen der bvvp verstärkt mit verfolgen will.

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im August

Pressemitteilung: Der bvvp formuliert Stellungnahme zum Referentenentwurf für ein Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG):
Thesen für eine bessere psychotherapeutische Versorgung

 

bvvp begrüßt Förderung der Sprechenden Medizin - unter Vorbehalt einer Präzisierung

Die im TSVG aufgenommene Absicht, die zuwendungsorientierte, „sprechende Medizin“ zu fördern, wird vom bvvp begrüßt. Die Vorgaben hinsichtlich einer Förderung der Vergütung zeitgebundener psychotherapeutischer Leistungen sollten allerdings im Detail genauer gefasst werden. Zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Finanzierung sollten diese zeitgebundenen Leistungen zudem dauerhaft extrabudgetär vergütet werden. Die im TSVG vorgesehenen finanziellen Anreize zur Aufnahme neuer Patienten sollten auch auf die Psychotherapie ausgeweitet werden.


Verbesserungen in der Bedarfsplanung sind notwendig

Derzeit geht die zeitnahe Erstversorgung zu Lasten der Richtlinienpsychotherapie, weshalb die Einführung der Terminservicestellen TSS nicht zu einer insgesamt verbesserten psychotherapeutischen Versorgung führt. Die TSS bewirken keine Ausweitung der Kapazitäten der Psychotherapeuten mit ihren zeitgebundenen Leistungen. Hilfreich für die Versorgung wäre eine kritische Überprüfung der bedarfsgerechten Zahl der niedergelassenen Psychotherapeuten. Die Zulassungsausschüsse in den KVen müssen Spielräume erhalten, weil dort die regionale Versorgung am besten erfasst und gesteuert werden kann.
Unbedingt notwendig für eine gute Versorgung ist außerdem eine bedarfsgerechte Erhöhung der Anzahl psychiatrischer Praxen besonders in ländlichen Regionen.


Terminservicestelle mit Vermittlung rund um die Uhr und Vermittlung von Terminen für die Langzeittherapie sind unsinnig

Aus diesen Zusammenhängen ergibt sich auch, dass rund um die Uhr erreichbare TSS keinen weiteren Nutzen für die psychotherapeutische Versorgung bringen. Kontraproduktiv ist auch der Versuch, über die TSS langfristige Behandlungen der Richtlinienpsychotherapie zu vermitteln. Dringender, kurzfristiger Behandlungsbedarf wird bereits durch die 2017 neu eingeführte „Akutbehandlung“ abgedeckt. Langfristig gegenseitig vertrauensvolle Richtlinienpsychotherapieprozesse kann man nicht vermitteln, sondern nur entwickeln.


Es fehlen Maßnahmen gegen den Ärztemangel

Keinerlei Verständnis kann der bvvp für die Tatsache aufbringen, dass nun ein weiteres Versorgungsgesetz entstehen soll und dabei auf den bestehenden eklatanten Ärztemangel mit keinem Wort eingegangen wird. Es fehlt eine fundierte Analyse dieser Entwicklung und ein Maßnahmenpaket, das zur Behebung des Problems beitragen könnte. Alle Maßnahmen erscheinen ansonsten als reine Symptombehandlung ohne nachhaltigen Effekt. Die getroffenen Gesetzesregelungen gehen an wesentlichen Ursachen der Versorgungsengpässe vorbei. Es ist daher zu fürchten, dass sie den intendierten Zweck verfehlen.


bvvp fordert Modulationen bei der Ärztequote in der Bedarfsplanung

1.    Die Ärztequote soll erhalten bleiben, um Ärzte für die psychotherapeutische Versorgung zu gewinnen.
2.    Ärzte mit (dem ggf. fachgebundenen) Zusatztitel Psychotherapie sollen sich als Ärztliche Psychotherapeuten niederlassen können.
3.    Im Zusammenhang mit dem bestehenden eklatanten Nachwuchsmangel muss es den jetzt tätigen ärztlichen Psychotherapeuten und Fachärzten für Psychosomatische Medizin möglich sein, sofern kein ärztlicher Nachfolger gefunden wird, die Praxis mit Versorgungsrelevanz auch an einen Psychologischen Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten abzugeben. Diese Option muss gesetzlich verankert werden. Bislang gibt es hierzu nur richterliche Urteile.


bvvp fordert besonderen Schutz der Patientendaten

Psychotherapeuten und Psychiater erfahren sehr viel Persönliches und dokumentieren umfangreich. Menschen mit psychischen Erkrankungen werden immer noch stigmatisiert.  Der bvvp drängt deshalb auf den besonderen Schutz dieser Patientendaten sowohl auf den elektronischen Gesundheitskarten als auch auf der geplanten elektronischen Patientenakte.

Die ausführliche Argumentation des bvvp entnehmen Sie bitte der angefügten Stellungnahme an das Bundesministerium für Gesundheit.

Für den bvvp
Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Berlin, 24.08.2018

 

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG von bvvp, DPtV, VAKJP zum TSVG: Psychotherapeuten-Verbände sehen positive Ansätze

Vorgaben zur Stärkung der sprechenden undzuwendungsorientierten Fächer präzisieren

Berlin, 02. August 2018. Die Psychotherapeuten-Verbände Deutsche

PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Bundesverband der Vetragspsychotherapeuten (bvvp) und die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP) begrüßen, dass das Terminservice- und Versorgungsgesetz, TSVG, die Absicht des Koalitionsvertrages aufnimmt, die sprechende Medizin zu unterstützen. Die Überprüfung der technischen und nicht-technischen Anteile der Vergütung miteiner Fristsetzung Mitte 2019 wird als sinnvoll beurteilt.

Gerade die Vorgaben hinsichtlich einer angemessenen Vergütung aller zeitgebundenen psychotherapeutischen Leistungen sollten allerdings präziser ausfallen, „so reicht das nicht aus“, sind sich die Verbände einig. Außerdem sollten diese Leistungen dauerhaft extrabudgetär vergütet werden, um eine bedarfsgerechte Finanzierung sicherzustellen. Die im TSVG vorgesehenen finanziellen Anreize zur Aufnahme neuer Patienten sollten auch auf die Psychotherapie ausgedehnt werden, dazu sollten die Bewertungen der sehr zeitaufwändigen Psychotherapeutischen Sprechstunde und der Akutbehandlung angehoben werden.

Die Verlängerung der Frist bei der Überarbeitung der Bedarfsplanung darf nach Ansicht der Verbände nicht zum Freibrief für weitere Verzögerungen einer dringend notwendigen Reform werden. Diese Reform – aus der eine gezielte Erhöhung der Anzahl der Psychotherapeutensitze in schlechter versorgten Regionen resultieren muss - ist Grundlage einer verbesserten  sychotherapeutischen Versorgung. Alle Maßnahmen zur Ausweitung der Terminservicestellen (TSS) können bei den Psychotherapeuten nur durch ein bedarfsgerechtes Behandlungsangebot greifen. „Die enorme Spreizung der Verhältniszahlen zwischen den unterschiedlichen Regionstypen im Bereich der Psychotherapeuten entspricht in keiner Weise der Häufigkeit psychischer Erkrankungen, dies ist einfach unangemessen“, betonen die Verbände. Ob – wie im TSVG vorgesehen – die Öffnung ländlicher Bereiche etwas bringe, müsste diskutiert werden; neben den ländlichen Regionen wird ein stärkerer Bedarf in den so genannten mitversorgten Regionen im Umland größerer Städte gesehen.

Die Erhöhung der Mindestsprechstundenzeit auf 25 Stunden wird dagegen nach Ansicht der Verbände für die  psychotherapeutische Versorgung nicht viel bringen: „Die niedergelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten arbeiten durchschnittlich 49 Wochenstunden, davon 31 Stunden im direkten Patientenkontakt, weit überwiegend mit gesetzlich Versicherten (Angaben nach Zi Praxis-Panel Jahresbericht 2015). Hilfreich wäre eine Entlastung von Bürokratie, aber auch die Anerkennung der zur guten Patientenbehandlung notwendigen ergänzenden Leistungen wie Kooperations- und Koordinierungsleistungen.“

Nach Ansicht der Psychotherapeuten-Verbände verdienen die Pläne zur Einführung der elektronischen Patientenakte ein äußerst kritisches Augenmerk: „Die Schweigepflicht ist bei psychischen Erkrankungen ein besonders sensibles Thema. Ob das TSVG den Patienten einen ausreichenden Schutz gegenüber den Begehrlichkeiten verschiedener Player an den Datensammlungen bietet, muss sorgfältig geprüft werden.“

Fragen von Medien beantwortet:
Ursula-Anne Ochel, Tel.: 033636 – 27 90 78 oder 0171 – 322 43 46
E-Mail: GemeinsamePM_bvvp_DPtV_VAKJP@t-online.de

 

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im Mai

22.500 Unterschriften für rasche Reform der Psychotherapeutenausbildung
Akteure des PiA-Politik-Treffens übergeben Petition an den Ausschuss für Gesundheit

 

Am 6. Juni 2018 um 9:00 Uhr übergeben wir, Akteure des PiA-Politik-Treffens (www.piapolitik.de), ca. 22.500 Unterschriften direkt an den Ausschuss für Gesundheit im Bundestag. Die Petition fordert eine rasche Reform der Psychotherapeutenausbildung (https://weact.campact.de/petitions/reform-der-psychotherapie-ausbildung-in-der-nachsten-legislatur). Ein begleitender Protest mit Redebeiträgen und Vortrag eines Protestlieds wird von 8.30 – 10.00 Uhr vor dem Paul-Löbe-Haus in Berlin (Konrad-Adenauer-Straße 1, 10557 Berlin, Eingang West) stattfinden.

 

Der Zeitpunkt wurde gewählt, da der Ausschuss an diesem Tag seine Arbeit aufnimmt und unsere Reform in der letzten Legislaturperiode nicht realisiert wurde. Leider bekommen die Psychotherapeuten massiv Gegenwind von den Ärzten, die der Integration eines nichtärztlichen Heilberufs in das Gesundheitssystem skeptisch gegenüberstehen (https://www.presseportal.de/pm/9062/3941407).

 

Zudem profitieren die Kliniken von den billigen Arbeitskräften der Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA), die nicht selten mit abgeschlossenem Studium als Psychologin 12 Monate in den Akutpsychiatrien im Rahmen der Ausbildung arbeiten, ohne vergütet zu werden, bzw. sich schon freuen sollen über den Mindestlohn.

 

Der Berufsstand erwartet von der Reform eine Beendigung dieses berufs- und sozialrechtlich unklaren Ausbildungsabschnitts, d.h. eine angemessene Finanzierung dieser praktischen Phase, sowie eine Regelung des Zugangs zur Ausbildung. Ein Arbeitsentwurf zum Reform wurde letzten Sommer von der Bundespsychotherapeutenkammer vorgelegt (https://piapolitik.de/treffen/ausbildungsreform/).

 

Alle PiA und alle PsychotherapeutInnen, die solidarisch mit unserem Anliegen sind, sind zur Übergabe der Unterschriften und der begleitenden Aktion herzlich einladen: Mittwoch, 6. Juni, 8.30 - 10.00 Uhr! Wir freuen uns auf viel Unterstützung!

 

Die vier großen Psychotherapeuten-Verbände fordern in gemeinsamer Pressemitteilung:
Reform der Psychotherapeutenausbildung fortsetzen

In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die vier großen Psychotherapeuten-Verbände bvvp, DGVT, DPtV und VAKJP mit insgesamt über 28 000 Mitgliedern die Politik auf, das Gesetzgebungsverfahren zur Reform der Psychotherapeutenausbildung zügig fortzusetzen. Nach dem Deutschen Psychotherapeutentag am 21.April 2018 verabschiedeten auch die im ‚Gesprächskreis II‘ zusammengeschlossenen über 30 Verbände der Psychotherapeuten die Forderung nach einer Reform der Psychotherapeutenausbildung. Sie unterstützten die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vorgelegten Eckpunkte und bekräftigten die Notwendigkeit der sozialrechtlichen Absicherung der zukünftig an das Studium anschließenden Weiterbildung.
Die vollständige Pressemitteilung der folgenden Verbände* finden Sie im Anhang.

Pressemitteilung: Reform der Psychotherapeutenausbildung fortsetzen
20180515 PM_Reform PT_Ausbildung fortset
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Der bvvp positioniert sich: Pro Zusammenarbeit mit Ärzten, Contra Zwietracht

Der Deutsche Ärztetag steht kurz bevor, das Thema „Psychische Erkrankungen: Versorgung aus ärztlicher Sicht“ steht dort auf dem Programm. Zur Einstimmung auf das Thema gehen einige ärztliche Verbände derzeit mit Stellungnahmen gegen die Neuordnung der psychotherapeutischen Ausbildung an die Öffentlichkeit.

Das BMG hatte dazu im Juli 2017 einen Arbeitsentwurf zu einer Gesetzesänderung vorgelegt. Darin wird ein eigener Studiengang Psychotherapie mit anschließender Weiterbildung vorgesehen, der mit der Struktur der ärztlichen Ausbildung vergleichbar ist.
                                                    Pressemitteilung

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im April

bvvp Pressemitteilung:


Der bvvp begrüßt die Entscheidung des Deutschen Psychotherapeutentages gegen einen Modell­studien­gang „Psychopharmakologie“

Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) begrüßt die Entscheidung des Deutschen Psychotherapeutentages vom 20. und 21. April in Bremen gegen den vorgesehenen Modell­studien­gang „Psychopharmakologie“. Der bvvp lehnt – gemäß seiner am 8. März 2018 auf der Delegiertenversammlung des Verbands verabschiedeten Resolution – die Verordnung von Psychopharmaka durch Psychotherapeuten ab. Die Zukunft der Psychotherapie liegt nicht darin, dass Psychologische Psychotherapeuten und Kinder -und Jugendlichen-Psychotherapeuten künftig Psychopharmaka verordnen können.

 

Die ausführiche Begründung entnehmen Sie bitte dem Download.


Für den bvvp
Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Berlin, 24.04.2018

 

Pressemitteilung: bvvp begrüßt die Entscheidung des Deutschen Psychotherapeutentages gegen einen Modellstudiengang Psychopharmakologie
20180424 bvvp PM_Zustimmung DPT Ablehnun
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bvvp Presseerklärung

 

bvvp fordert: Psychotherapie soll als Kernfach eines modernen Gesundheitssystems definiert werden


Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) begrüßt, dass der neue Gesundheitsminister Spahn mit Schwung an seine neue Aufgabe geht. Er hat sich verschiedentlich dazu geäußert, dass er die ambulante Versorgung verbessern will. Der bvvp geht davon aus, dass der Minister dabei auch an die Versorgung psychisch Kranker gedacht hat.
Da er dies bisher aber nicht explizit erwähnt hat, weist der bvvp darauf hin, dass dieser Bereich besonders wichtig ist. Damit einher geht die Forderung und Bitte des bvvp, dass sich der Minister mit großer Sorgfalt um diesen Bereich kümmert, und sich mit Vertretern des Faches abspricht, bevor er große Würfe wagt. Psychotherapeutische Versorgung und die Behandlung psychisch kranker Menschen unterliegen in mancher Hinsicht anderen Regeln und Gesetzmäßigkeiten als die Behandlung somatischer Krankheiten. Das sollte von dem offenbar tatendurstigen Gesundheitsminister unbedingt berücksichtigt werden.
Die Gesundheitspolitik in unserem Land muss realisieren, dass in einer Welt, in der sich die Behandlung von Krankheit technisiert und das Gesundheitswesen digitalisiert, menschliche Individualität aus dem Blick zu geraten droht. In dieser Situation ist abzusehen, dass die Qualität ärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung zunehmend daran gemessen werden wird, wie viel Zeit und Raum für die Patienten mit ihrer persönlichen Lebens- und Krankheitsgeschichte zur Verfügung stehen. Schon jetzt suchen z.B. alte Menschen beim Hausarzt nicht mehr nur medizinischen Rat. Sie suchen persönliche Behandlung, Kontakt und ei-en Weg aus der Vereinsamung.
Die Bemühungen in der Politik und der Medizin, den Kontakt zum Patienten digital zu organisieren und telemedizinisch zu gestalten, sind deshalb nicht nur als Fortschritt zu sehen. Als Psychotherapeuten müssen wir warnen: Immer mehr Technisierung hat zur Folge, dass die Patienten immer weniger als Personen wahrgenommen werden. Die Zunahme depressiver Erkrankungen kann auch das Ergebnis dieser Prozesse sein, die befördern, dass allein gelassene Menschen die verloren gegangene menschliche Zuwendung als Krankheit kommunizieren.
In einer Welt, in der das zur Verfügung stehende Geld auch Maßstab dafür ist, wie sehr eine gesellschaftliche Aufgabe ernst genommen wird, müssen wir den Minister dringend bitten, mit dafür zu sorgen, dass ausreichend Honorar für die Behandlung psychisch kranker Menschen zur Verfügung steht.
Immer noch hat die Psychotherapie innerhalb der übrigen medizinischen Fachgebiete bei Weitem weder von ihrem Status noch von ihrer Honorierung her das Gewicht, das sie inzwischen in der Versorgung kranker Menschen hat. Zeitgebundene sprechende Medizin und psychotherapeutische Behandlungen können weder schneller abgeleistet, noch können sie delegiert oder aufgrund der Weiterentwicklung der Technik effektiver gestaltet werden. Psychische Entwicklungsprozesse brauchen Zeit und die Geduld des Arztes oder Psychotherapeuten und die Sicherheit eines ausreichenden zeitlichen Rahmens.
An technikbasierter Medizin und an Pharmazeutika wird dagegen sehr viel verdient: Medizin, Labor-, Radiologie- und Computertechnik in der Digitalisierung sowie die Pharma-Forschung sind wichtige konkurrierende Industriezweige. So wertvoll sie auch sein mögen, so geringschätzend werden zugleich zuwendungsorientierte Verfahren wie die Psychotherapie behandelt.
Zu Recht soll in der Psychotherapeutischen Sprechstunde abgeklärt werden, ob nicht auch andere psychosoziale Stellen die Behandlung und Beratung der Patienten übernehmen können. Als Psychotherapeuten sehen wir jedoch, dass es immer weniger solche Stellen gibt, in denen bisher prophylaktisch manche Zuspitzung von
Konflikten zur Krankheit verhindert werden konnte. Inzwischen kommen immer mehr
dieser Menschen krank in die psychotherapeutischen Praxen.
Insofern ein klarer Appell an unseren neuen Gesundheitsminister Herrn Jens Spahn:

 

Definieren Sie die Psychotherapie konstruktiv und offensiv als eines der Kernfächer unseres Gesundheitssystems und sorgen Sie für eine sachgerechte Abbildung der Leistungen der sprechenden Fächer in EBM und GOÄ.

 

Anbei eine Aufstellung, die zeigt, dass in der Psychotherapie keine „Zweiklassenmedizin“ besteht, weil sich GKV und PKV in diesem Bereich kaum unterscheiden. In mancher Hinsicht sind die Bedingungen in der GKV im Bereich Psychotherapie sogar günstiger.

 

Für den bvvp: Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr 1. Vorsitzender
Berlin, 26.02.2018

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im März

bvvp-Pressemitteilung: bvvp zum BARMER-Arztreport 2018:
Psychische Erkrankungen bedürfen einer fachlichen Diagnostik
Die BARMER Ersatzkasse kommt in ihrem diesjährigen Arztreport zu der Feststellung, dass immer mehr junge Erwachsene unter psychischen Störungen leiden. Zwischen 2005 und 2006 sei der Anteil um 38 Prozent gestiegen. Selbst bei den Studierenden, die bisher als weitgehend gesunde Gruppe galten, sei inzwischen jeder Sechste von einer psychischen Erkrankung betroffen. Hintergrund sei laut Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER, steigender Zeit- und Leistungsdruck bei den angehenden Akademikern, sowie finanzielle Sorgen und Zukunftsängste.
Der bvvp begrüßt, dass die BARMER das drängende Problem zunehmender psychischer Erkrankungen bei jungen Erwachsenen in den Fokus rückt. Dieses Thema erfordert dringend die Beachtung aller zuständigen Akteure im Gesundheitswesen.
Dass die BARMER allerdings als Erstes auf Online-Angebote verweist, halten wir aus fachlicher Sicht für problematisch. Online-Angebote können, wenn sie zertifiziert und datensicher sind, eine erste Hilfe zur Selbsthilfe sein. Psychische Erkrankungen bedürfen jedoch unbedingt der fachlichen Diagnostik und Indikation, um Verschlechterungen, Chronifizierungen und unnötig lange Leidenswege zu vermeiden. Daher ist es zu begrüßen, wenn auch Menschen mit einer leichten Depression einen Psychotherapeuten aufsuchen, bevor diese sich zu einer schweren Depression entwickelt hat. Die Behauptung, dass man nicht bei jeder schlechten Phase einen Psychotherapeuten brauche, die der Vorstandsvorsitzende der BARMER, Prof. Straub, aufstellt, halten wir für gefährlich, da nur Fachleute einschätzen können, ob die `schlechte Phase‘ eine Depression ist oder sich eine psychische Erkrankung ankündigt. Für diese Abklärung wurde die psycho- therapeutische Sprechstunde geschaffen, in der eine orientierende Diagnostik durchgeführt wird und die PatientInnen fachlich beraten werden, ob eine psychische Erkrankung vorliegt und welche Behandlung oder andere Hilfe für sie in Frage kommt.
Danach sehen sie sich allerdings mit der Schwierigkeit konfrontiert, dass es in vielen Regionen Deutschlands noch immer zu wenige Behandlungsplätze gibt. „Die Psychotherapeuten sind selbstverständlich bereit, sich der PatientInnen anzunehmen und tun es bereits in großer Zahl. Das Problem ist die anachronistische Bedarfsplanung, die verhindert, dass sich ausreichend PsychotherapeutInnen niederlassen können und für die Behandlung der PatientInnen zur Verfügung stehen. Dieser Problematik sollte sich die BARMER annehmen“, betont bvvp- Vorstandsmitglied, Frau Eva-Maria Schweitzer-Köhn.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Probleme und die Kosten zunehmend in das Gesundheitssystem verschoben werden, während von Kommunen, Universitäten,

Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden finanzierte Beratungsstellen, die viele der Krisen von Studierenden abfangen konnten, nicht mehr in dem Maße zur Verfügung stehen.
Das Problem des Zeit- und Leistungsdrucks ist zudem ein gesellschaftliches, das man nicht einfach als gegeben hinnehmen sollte. Psychotherapie droht mehr und mehr zur Reparaturwerkstatt für gesellschaftliche Prozesse zu werden, die als persönliche Krankheit individualisiert werden.

Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr 1. Vorsitzender
Quelle: bvvp, 26.02.18

 

bvvp-Pressemitteilung: Keine 2-Klassen-Medizin in der Psychotherapie
Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten bvvp begrüßt die Entscheidung der Verhandlungskommission von Union und SPD, bei der Honorarfrage keine Schnellschüsse vorzunehmen.
„Wir Psychotherapeuten haben nur eine Chance, zusammen mit der sprechenden Medizin bei einer gemeinsamen Gebührenordnung vernünftig berücksichtigt zu werden, wenn das Thema von Fachleuten mit großer Detailkenntnis bearbeitet wird“, so der Vorsitzende des bvvp, Benedikt Waldherr.
Der bvvp fordert deshalb schon jetzt, dass in die entsprechende Kommission Fachleute aufgenommen werden, die die Besonderheiten der Leistungserbringung durch Psychotherapeuten vertreten können. „Wir Psychotherapeuten sind nicht in der Versuchung, eine Zweiklassenmedizin zu betreiben, da die Vergütung für die Privatpatienten so niedrig ist, dass sie keinerlei wirtschaftlichen und organisatorischen Vorteil gegenüber der Behandlung von gesetzlich Versicherten bietet,“ betont die stellvertretende Vorsitzende Angelika Haun.
Seit Jahren werden Psychotherapeuten auf eine zukünftige Anpassung von GOÄ und EBM vertröstet mit der Parole, dass nun aber wirklich die sprechende Medizin, die eigentlich zuhörende Medizin heißen müsste, gegenüber den technischen Fächern besser bezahlt werden müsste.
Die große Koalition hat jetzt die Chance, der Selbstverwaltung Vorgaben zu machen, mit der eine gerechtere Verteilung der Mittel bei den Honoraren gewährleistet wird.
Der Vorstand des bvvp sieht in der Möglichkeit, dass die bisherige Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Frau Widmann-Mauz, Gesundheitsministerin werden könnte, eine Person an entscheidender Stelle, die die Psychotherapie schon immer als wichtigen Bereich mit eigenem Regelungsbedarf und eigenen Arbeitsbedingungen im Blick hatte.
Der bvvp begrüßt außerdem, dass der zügige Abschluss der Ausbildungsreform der Psychologischen und Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen als Ziel in das Koalitionspapier aufgenommen wurde.
Der bvvp ist der einzige Verband, der sich berufsgruppen- und verfahrensübergreifend für die Interessen aller VertragspsychotherapeutInnen einsetzt. In ihm haben sich über 5.000 Ärztliche PsychotherapeutInnen, PsychologischePsychotherapeutInnen sowie Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen alleranerkannten Richtlinienverfahren zusammengeschlossen.

Quelle: bvvp, 09.02.18

bvvp-Pressemitteilung: bvvp beschließt auf seiner Delegiertenversammlung eine Resolution gegen den Modellstudiengang Psychopharmakotherapie in der Psychotherapieausbildung

Die Delegierten des bvvp haben sich auf ihrer Versammlung am 09.3.2018 in Fulda gegen den im Arbeitsentwurf eines Gesetzes zur Reform der Psychotherapeutenausbildung vorgesehenen Modellstudiengang zur Verordnung von Psychopharmaka ausgesprochen – und eine entsprechende Resolution verabschiedet.
Sie betonen darin, dass PsychotherapeutInnen - ärztliche wie psychologische und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen - ihrem Selbstverständnis nach wesentlich psychotherapeutische Methoden zur Heilung und Linderung psychischer und psychisch bedingter körperlicher Störungen nutzen, was auch weiterhin das Mittel der Wahl bleiben solle.
Den Stellenwert der Behandlung psychischer Störungen mit Medikamenten bei entsprechenden Indikation erkennen sie dabei jedoch an, sie sehen aber die Verordnung von Medikamenten alles etwas an, was originär zum Aufgabenfeld der Ärzte gehört. Die Delegierten betonen dabei ausdrücklich die Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit zwischen den Heilberufen.

Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
Quelle: bvvp, 09.03.18