Aktuelles

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im Dezember

Mitzeichnungsverlauf der Petition 85363

 

Heilberufe - Ablehnung des Gesetzentwurfs zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom 25.10.2018

 

 

12.12.2018, 14:52 Uhr: Anzahl Online-Mitzeichner: 146.943!

 

Zeitlicher Verlauf

 

Grafik Mitzeichnungsverlauf

 

Das Quorum ist geschafft!
Wir können unser Anliegen also persönlich  vor dem Petitionsausschuss vortragen. Das ist schon jetzt ein Riesenerfolg!

 

 

Psychotherapeuten beklagen langes Warten auf Therapieplätze

 

Nachdem der bvvp so gute Arbeit mit der Petition geleistet hat, hat Herr Munz (DGPT Mitglied, Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer) aktuell dazu der ARD ein Interview in der Tagesschau gegeben. So arbeiten doch alle gut zusammen!

© SPIEGEL ONLINE

Gesetzentwurf Psychotherapeuten wehren sich gegen Spahns Patientenkontrolle

Speziell ausgebildete Experten sollen künftig entscheiden, wer in Deutschland eine Psychotherapie bekommt. So will es zumindest Gesundheitsminister Jens Spahn - und löst damit einen Proteststurm aus.

Ein Interview von Julia Köppe mit Ariadne Sartorius (bvvp)

 

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/jens-spahn-plaene-fuer-psychisch-kranke-stossen-auf-heftigen-widerstand-a-1243190.html

 

Psychotherapeuten-Petition gegen TSVG - Quorum eine Woche vor Zeichnungsende erreicht !
 
Berlin, 6. Dezember 2018. Mit mehr als 64 000* Zeichnungen hat die Petition der Psychotherapeutenverbände an den Deutschen Bundestag gegen die Verschlechterung des freien Zugangs zur psychotherapeutischen Versorgung das notwendige Quorum erreicht. Ab 50 000 Stimmen wird eine Petition öffentlich beraten. Weitere 4 300 Unterschriften liegen von ausgelegten Listen vor. Die Petition wendet sich gegen die Schaffung von neuen Hürden im Zugang zur Psychotherapie. Das  im Kabinettsentwurf des Termin- und Servicegesetzes (TSVG) vorgesehene Modell der „gestuften und gesteuerten Versorgung“ in der Psychotherapie sieht vor, dass besonders qualifizierte Ärzte und psychologische Psychotherapeuten – und nicht etwa der spätere Behandler –  in Voruntersuchungen festlegen, zu welchem Hilfe- oder Therapieangebot die Betroffenen gehen dürfen. Dies würde eine erhebliche Verschlechterung und Belastung für die betroffenen Patienten bedeuten.
 
Auf den Weg gebracht haben die Petition die Psychotherapeutenverbände Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp), Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV) und der Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP). Sie werden inzwischen von 24 weiteren Verbänden der Psychotherapeuten unterstützt. „Die breite Gemeinsamkeit der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie weiterer Unterstützer aus der Bevölkerung sind ein starkes Signal“, betonen die Vertreter der Verbände.
 
Bis zum 13. Dezember 2018 können weitere Voten für die Petition mit der Nummer ID 85363 abgegeben werden. Der Deutsche Bundestag berät in der ersten Lesung am selben Tag den Gesetzentwurf. Die Verbandsvertreter übergeben die Stimmen vor den Beratungen dem Vorsitzenden des Petitionsausschusses.
 
Die Petentin Ariadne Sartorius und alle Mitstreiter fordern dringend ein Einlenken der Politik.
*Stand 06.12.2018, 13:00 Uhr

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im November

Aus dem KBV-Newsletter 22.11.2018


Systemische Therapie: G-BA stellt Weichen für erweitertes Versorgungsangebot


Für die ambulante psychotherapeutische Behandlung von Patienten könnte es künftig mit der systemischen Therapie ein weiteres Richtlinienverfahren geben. Der Gemeinsame Bundesausschuss hat dazu heute eine erste Entscheidung getroffen.
Mit seinem Beschluss stellte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) den sektorenübergreifenden Nutzen und die medizinische Notwendigkeit der systemischen Therapie als Psychotherapieverfahren fest. Damit ist eine entscheidende Hürde für die anstehenden Beratungen genommen, um das wissenschaftlich anerkannte Verfahren in die psychotherapeutische Versorgung aufzunehmen.
Die KBV hatte sich bereits frühzeitig für eine Anerkennung des Nutzens der systemischen Therapie ausgesprochen und konnte sich mit dieser Position durchsetzen.
Systemische Therapie ist etabliertes Verfahren
Die systemische Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Fokus auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen liegt. Bei der Behandlung des Patienten kommen beispielsweise sogenannte Genogramme und zirkuläre Fragen zum Einsatz.
Mit der Aufnahme der systemischen Therapie in die Psychotherapie-Richtlinie stünden den Patienten alle derzeit vom Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie für die vertiefte Aus- und Weiterbildung empfohlenen Verfahren in der ambulanten psychotherapeutischen Behandlung zur Verfügung.
Aktuell sind dies die Verhaltenstherapie sowie die beiden psychodynamischen Verfahren der analytischen und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.
Die nächsten Schritte
Der G-BA will zeitnah die weiteren Beratungen zu Nutzen und Wirtschaftlichkeit aufnehmen. Erst dann kann die systemische Therapie in die Psychotherapie-Richtlinie aufgenommen und beispielsweise die Kontingente für die Behandlung in Einzel- und Gruppentherapie festgelegt werden – die PraxisNachrichten werden informieren.

Aufruf: Bitte unterschreiben Sie die Petition gegen eine "gestufte Steuerung" von hilfesuchenden, psychisch kranken Menschen

 

Der Gesetzentwurf zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) vom 25.10.2018 sieht eine „gestufte Steuerung“ von hilfesuchenden, psychisch kranken Menschen vor.

Ausgesuchte Behandler, deren Qualifikation noch definiert werden soll, sollen in Voruntersuchungen entscheiden, welchem Hilfs- bzw. Therapieangebot die Betroffenen zugeführt werden.
 
Eine Petition, die fordert, dass der Bundestag den Gesetzesentwurf ablehnen und an das zuständige Fachministerium zurückverweisen soll, verdient unsere Unterstützung.
 
Die freie Arztwahl soll eingeschränkt werden.

Das Gesetzesvorhaben:
https://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbv/76.html
 

Bitte helfen Sie, dass dies nicht geschieht und informieren Sie auch Ihre Bekannten, Freunde und Angehörige.
 

 

Die nachfolgend aufgeführte Petition hat zum Ziel, dieses zu verhindern:
 
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2018/_10/_25/Petition_85363.html
 
Sie bekommt mehr Gewicht, je mehr Menschen sich auf der aufgeführten Seite des Bundestags registrieren und die Petition mitzeichnen.
 
Eine Mitzeichnung bedeutet, dass Sie sich nach Registrierung unter Nennung Ihres Namens oder eines Pseudonyms in die Liste derer, die die Petition unterstützen, eintragen.
 
 
Zum Hintergrund:
 
Wenn gesundheitliche Beschwerden bestehen, steht es Ihnen frei sich an die Hausärztin oder den Hausarzt zu wenden, dem Sie ihr Vertrauen schenken.
 
Bei seelischen Beschwerden können Sie sich darüber hinaus an eine psychotherapeutisch tätige Behandlerin oder einen psychotherapeutisch tätigen Behandler Ihrer Wahl wenden.
Diese(r) stellt Anhand Ihrer Beschwerden eine Diagnose und gibt eine Behandlungsempfehlung.
 
Hierbei kann es sich um einen Therapeuten handeln, den Sie schon persönlich kennen und dem Sie vertrauen.
Häufig helfen Empfehlungen von Bekannten, Freunden, Angehörigen oder Ihrer Ärztin/ Ihrem Arzt einen für Sie geeigneten Therapeuten zu finden.
 
Jede psychotherapeutisch tätige Behandlerin und jeder psychotherapeutisch tätige Behandler mit einem Kassensitz ist verpflichtet wöchentlich Sprechstundentermine anzubieten.
So ist gewährleistet, dass Sie auch tatsächlich einen Termin bei der Therapeutin oder dem Therapeuten Ihrer Wahl erhalten.
 
 
Die freie Therapeutenwahl soll nun in mehrfacher Hinsicht eingeschränkt werden:
 
Sollte das geplante Gesetz so in Kraft treten, wird bestimmt, welche Therapeutin oder welchen Therapeuten Sie bei seelischen Beschwerden zuerst aufsuchen müssen.
Sie oder er entscheidet dann, welche Form von Therapie bei Ihnen notwendig ist.
 
Sie können die Behandlungsmethode nicht mehr frei wählen.
 
Auch können Sie sie sich nur noch von den Therapeuten behandeln lassen, die die Therapieform anbieten, die für Sie als richtig erachtet worden ist.
 
 
Helfen Sie mit, dass der Gesetzentwurf geändert wird.
 
Beteiligen Sie sich aktiv, indem sie sich in die Liste der Unterstützer der Petition eintragen.
 
 

Berlin, 15.11.2018. Die Psychotherapeuten-Verbände  (Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten, bvvp)  Deutsche PsychotherapeutenVereinigung, DPtV, Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten, VAKJP) fordern den Bundestag dazu auf,  im Gesetzgebungsverfahren zum Gesetz für schnellere Termine und bessere Versorgung (Terminservice- und Versorgungsgesetz - TSVG) die  vorgesehene Ergänzung zum Absatz 6a im § 92 SGB V abzulehnen.

„Gestufte Steuerung“ diskriminiert psychisch kranke Menschen

Der Gesetzentwurf diskriminiert mit der geplanten „gestuften Steuerung“ psychisch kranke Menschen und verzögert eine schnelle Behandlungsaufnahme. Gleichzeitig werden die Psychotherapeuten mit diesem Vorhaben diskriminiert, da ihnen eine Steuerungspraxis vorgeschaltet werden soll, die entscheidet, ob und wie der betroffene Patient behandelt wird.

Gesundheitsminister Jens Spahn hatte in seinem Kabinettsentwurf des TSVG, dessen erste Lesung im Bundestag am 3. Dezember 2018 vorgesehen ist, in letzter Minute und ohne Einbeziehung von Fachverbänden, einen Zusatz zum Absatz 6a des § 92 Sozialgesetzbuch V (SGB V) eingeführt. Dieser sieht vor, dass besonders qualifizierte Ärzte und psychologische Psychotherapeuten – und nicht etwa der spätere Behandler - in Voruntersuchungen festlegen, zu welchem Hilfe- oder Therapieangebot die Betroffenen gehen dürfen. 

Freier Zugang wird beschnitten

Eine derartige, vorgeschaltete Selektion hebt den freien Zugang der Patientinnen und Patienten zum ärztlichen, psychologischen und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten auf und verlängert unnötig das Leiden der Betroffenen.
Den betroffenen PatientInnen wird damit die freie Auswahl ihres Behandlers nach eigenem Vertrauen genommen oder zumindest massiv eingeschränkt. Es wird ausgerechnet denen, die über oft enorme, hoch schambesetzte und intime seelische Belastungen sprechen müssen, eine zusätzliche Hürde zur Psychotherapie aufgebürdet und zudem ein neues Nadelöhr geschaffen.

Die beabsichtigte Neuregelung kann nur als der unangemessene Versuch einer Rationierung von Behandlungsleistungen aufgefasst werden, der die Nöte psychisch erkrankter Menschen nicht nachvollzieht.

Die Verbände fordern die Bundestagsabgeordneten und Gesundheitspolitiker aller Parteien auf, dafür Sorge zu tragen, dass der geplante Zusatz im § 92 (6a) SGB V ersatzlos gestrichen wird.

Die Petition 85363 kann von jedem mitgezeichnet werden und ist zu finden unter
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2018/_10/_25/Petition_85363.html

Für den bvvp
Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender

Für die DPtV
Dipl.-Psych. Barbara Lubisch
Bundesvorsitzende

Für den VAKJP
Dipl.-Psych. Dr. Helene Timmermann
Vorsitzende

Anfragen und Interviewwünsche bitte an:
bvvp Bundesgeschäftsstelle
Anja Manz - Öffentlichkeitsarbeit
Tel. +49 30 88 72 59 54
Mobil +49 177 65 75 445
E-Mail: presse@bvvp.de

Deutsche PsychotherapeutenVereinigung DPtV
Ursula-Anne Ochel
Tel.: +49 33636 27 90 78
Mobil +49 171 322 43 46
E-Mail: DPtV-Presse@t-online.de

Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten  VAKJP
Götz Schwope
Tel: +49 5721 92 92 68
E-Mail: goetz-schwope@t-online.de


Gemeinsame Pressemitteilung der Psychotherapeutenverbände zum TSVG-Votum des Gesundheitsausschusses des Bundesrats:

 

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG zum Votum des Gesundheitsausschusses des Bundesrats: Psychotherapeuten aller Fachgruppen begrüßen ersten Schritt zur Ablehnung der ‚gestuften Steuerung‘

Die drei großen Verbände der Psychotherapeuten aller Fachgruppen (Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) und die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP)) begrüßen den Ende letzter Woche (7.11.2018) gefassten Beschluss des Gesundheitsausschusses des Bundesrates, die Streichung des Zusatzes zum § 92 Abs. 6a Sozialgesetzbuch V (SGB V) im Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) zu empfehlen.
Die Verbände und viele andere Psychotherapeuten hatten im Vorfeld heftig gegen diese im Kabinettsentwurf zum TVSG vorgesehene Regelung einer sogenannten ’gestuften und hierarchisch gesteuerten Versorgung’ psychisch kranker Menschen protestiert. Mit diesem Passus soll eine Vorselektion zum Behandlungsangebot für diese Patientengruppe eingeführt, und damit das Erstzugangsrecht für psychisch kranke Menschen zur Psychotherapie beschnitten werden - eine einzigartige Diskriminierung für die Betroffenen.
„Es gibt noch Vernunft in der Politik“, betont Benedikt Waldherr, Vorsitzender des Bundesverbands der Vertragspsychotherapeuten bvvp e.V. „Der Gesundheitsausschuss hat die wesentlichen Knackpunkte erkannt und benannt“, unterstreicht Waldherr weiter. Der Gesundheitsausschuss im Bundesrat hat sechs Gründe benannt, die zu der Entscheidung geführt hatten*.
„Wir hoffen, dass der Bundesrat in seiner kommenden Sitzung am 23.November 2018 diese aus Sorge vorgebrachten Bedenken teilt und sie dann in den Bundestag einbringen wird“, sagt Dipl.-Psych. Barbara Lubisch, Bundesvorsitzende der DPtV. „Das Erstzugangsrecht zum Psychotherapeuten muss für psychisch kranke Menschen uneingeschränkt erhalten bleiben.“

Für den bvvp

Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Berlin, 13.11.2018

Die Begründung für das Votum des Bundesrats-Gesundheitsausschusses entnehmen Sie bitte diesem Dokument.
20181113 Gemeinsame PM zum TSVG Beschlus
Adobe Acrobat Dokument 347.2 KB

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im Oktober

Psychotherapeuten Verbände lehnen TSVG ab: Gemeinsame Pressemitteilung vier großer Psychotherapeutenverbände – und ein Kommentar des bvvp im Observer Gesundheit
 

Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp)
Deutsche PsychotherapeutenVereinigung (DPtV)
Deutsche Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT)
Vereinigung analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP)

Gemeinsame Pressemitteilung

Neue Engpässe statt guter Patientenversorgung – Psychotherapeuten Verbände lehnen TSVG ab

Berlin, 02. Oktober 2018. Vier große Fach- und Berufsverbände der Psychotherapeuten lehnen den Vorschlag Nr.51b im Kabinettsentwurf der Bundesregierung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in der vorliegenden Form einhellig ab. „Wir teilen die Zielsetzung der Politik, für Menschen mit psychischen Erkrankungen schnell und zeitnah einen psychotherapeutischen Therapieplatz bereitstellen zu können. Aus diesem Grund kämpfen die Psychologischen und Ärztlichen Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten seit Jahren darum, eine deutlich bessere Versorgung zu erreichen. Die aktuellen Vorschläge der sog. ‚gestuften und gesteuerten Versorgung‘ für Menschen mit psychischen Erkrankungen würden aber neue Hürden schaffen und den Zugang zur Psychotherapie erschweren. Die zum § 92 Abs. 6a Sozialgesetzbuch V * aufgeführten Regelungen müssen ersatzlos gestrichen werden“, fordern die Verbandsvertreter und wissen sich darin einig mit der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die diesen Passus am letzten Freitag einstimmig abgelehnt hatte.

Erst 2017 wurde die psychotherapeutische Versorgung neu geordnet und die neuen Leistungen der psychotherapeutischen Sprechstunde und Akutbehandlung geschaffen. Untersuchungen zeigen positive Effekte: Die Wartezeiten auf ein erstes Gespräch und auf schnelle Erstinterventionen haben sich verkürzt. Eine systematische Evaluation sollte abgewartet werden, um ggf. gezielt weitere Anpassungen vorzunehmen. Entgegen den Äußerungen von Bundesgesundheitsminister Spahn am 26.September 2018 im Deutschen Bundestag zeigen die Daten, dass die Versorgung sich mit der Zunahme der Anzahl von Psychotherapeuten verbessert. „Außerdem sollte das Anliegen eine flächendeckend gute psychotherapeutische Versorgung sein, einzelne besser versorgte Regionen hervorzuheben ist unangebrachte Stimmungsmache gegen Psychotherapeuten“, kritisieren die Verbände.
„Menschen mit psychischen Erkrankungen zuzumuten, eine zusätzliche Prüfung ihres Behandlungsbedarfs nicht durch ihren Behandler, sondern durch eine spezielle ‚Steuerungspraxis‘ vornehmen zu lassen, stellt eine beispiellose Diskriminierung dieser Patientengruppe dar. Sie müssten mehrere Stationen durchlaufen und sich mehreren Fachleuten offenbaren, ihre Autonomie würde eingeschränkt. Die Politik scheint die Notlage vieler psychisch erkrankter Menschen nicht ausreichend nachzuvollziehen.“

 

Kommentar des bvvp im Observer Gesundheit - Agentur für gesundheitspolitische Information
 
Lesen Sie im Kommentar zum selben Thema, warum der bvvp die Regelungen im TSVG für kontraproduktiv für Patienten erachtet, und einen überflüssiger Hürdenlauf zur Psychotherapie ablehnt.
 
Link: https://observer-gesundheit.de/ueberfluessiger-huerdenlauf-zur-psychotherapie/

 
Mit freundlichen Grüßen
 
Benedikt Waldherr
Vorsitzender des bvvp
 

14. PiA-Politik-Treffen am 29. September 2018 in Frankfurt/Main

 

Das Thema ist Money, Money, Money. Aspekte der Finanzierung der Reform und der Praktischen Tätigkeit

https://piapolitik.de/

Bundesdelegiertenkonferenz vom 13.-15.09.2018 in Berlin

 

Neben vielen interessanten Diskussionen zur aktuellen berufspolitischen Situation gab es eine öffentliche Veranstaltung mit Podiumsdiskussion zum Thema

 

"Gefangen im Netz? Digitalisierung und Psychotherapie"

 

Worum es in dem Vortrag ging und welche Positionen bei der Diskussion manifest wurden, lesen Sie hier.

 

 

 

Unser 1. Vorsitzender Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr moderierte zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern die Delegiertenversammlung.

Im Mittelpunkt des Fachvortrags von Dr. Silja Samerski, Soziologin an der Universität Bremen und Expertin für den Bereich E-Health, stand die Frage, welche Auswirkung die Digitalisierung auf die Selbstwahrnehmung und die therapeutische Beziehung hat, bzw. in wieweit diese Beziehung durch die Digitale Entwicklung bedroht ist. Moderation: Bernd Seguin (Journalist aus Hamburg)

 

Dr. med. Bartmann (scheidender Landesärztekammerpäsident), Julian Visarius (BKK Dachverband) und Bernhard Trenckhoff, Leiter der Stabsstelle Innovation der Kassenärztlichen Buindesvereinigung, diskutierten über den Nutzen und die Gefahren der Digitalisierung in der Psychotherapie (v.li.).

 

 

 

Frau Manz von der Bundesgeschäfsstelle stellte die neue Bundeshomepage vor und traf auf allgemeine Begeisterung.

 

Das Junge Forum stellte seine vielseitigen Aktivitäten vor.

Wichtig für den bvvp - denn hier wird der Bogen zu der jüngeren Generation geschlagen, deren Interessen der bvvp verstärkt mit verfolgen will.

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im August

Pressemitteilung: Der bvvp formuliert Stellungnahme zum Referentenentwurf für ein Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG):
Thesen für eine bessere psychotherapeutische Versorgung

 

bvvp begrüßt Förderung der Sprechenden Medizin - unter Vorbehalt einer Präzisierung

Die im TSVG aufgenommene Absicht, die zuwendungsorientierte, „sprechende Medizin“ zu fördern, wird vom bvvp begrüßt. Die Vorgaben hinsichtlich einer Förderung der Vergütung zeitgebundener psychotherapeutischer Leistungen sollten allerdings im Detail genauer gefasst werden. Zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Finanzierung sollten diese zeitgebundenen Leistungen zudem dauerhaft extrabudgetär vergütet werden. Die im TSVG vorgesehenen finanziellen Anreize zur Aufnahme neuer Patienten sollten auch auf die Psychotherapie ausgeweitet werden.


Verbesserungen in der Bedarfsplanung sind notwendig

Derzeit geht die zeitnahe Erstversorgung zu Lasten der Richtlinienpsychotherapie, weshalb die Einführung der Terminservicestellen TSS nicht zu einer insgesamt verbesserten psychotherapeutischen Versorgung führt. Die TSS bewirken keine Ausweitung der Kapazitäten der Psychotherapeuten mit ihren zeitgebundenen Leistungen. Hilfreich für die Versorgung wäre eine kritische Überprüfung der bedarfsgerechten Zahl der niedergelassenen Psychotherapeuten. Die Zulassungsausschüsse in den KVen müssen Spielräume erhalten, weil dort die regionale Versorgung am besten erfasst und gesteuert werden kann.
Unbedingt notwendig für eine gute Versorgung ist außerdem eine bedarfsgerechte Erhöhung der Anzahl psychiatrischer Praxen besonders in ländlichen Regionen.


Terminservicestelle mit Vermittlung rund um die Uhr und Vermittlung von Terminen für die Langzeittherapie sind unsinnig

Aus diesen Zusammenhängen ergibt sich auch, dass rund um die Uhr erreichbare TSS keinen weiteren Nutzen für die psychotherapeutische Versorgung bringen. Kontraproduktiv ist auch der Versuch, über die TSS langfristige Behandlungen der Richtlinienpsychotherapie zu vermitteln. Dringender, kurzfristiger Behandlungsbedarf wird bereits durch die 2017 neu eingeführte „Akutbehandlung“ abgedeckt. Langfristig gegenseitig vertrauensvolle Richtlinienpsychotherapieprozesse kann man nicht vermitteln, sondern nur entwickeln.


Es fehlen Maßnahmen gegen den Ärztemangel

Keinerlei Verständnis kann der bvvp für die Tatsache aufbringen, dass nun ein weiteres Versorgungsgesetz entstehen soll und dabei auf den bestehenden eklatanten Ärztemangel mit keinem Wort eingegangen wird. Es fehlt eine fundierte Analyse dieser Entwicklung und ein Maßnahmenpaket, das zur Behebung des Problems beitragen könnte. Alle Maßnahmen erscheinen ansonsten als reine Symptombehandlung ohne nachhaltigen Effekt. Die getroffenen Gesetzesregelungen gehen an wesentlichen Ursachen der Versorgungsengpässe vorbei. Es ist daher zu fürchten, dass sie den intendierten Zweck verfehlen.


bvvp fordert Modulationen bei der Ärztequote in der Bedarfsplanung

1.    Die Ärztequote soll erhalten bleiben, um Ärzte für die psychotherapeutische Versorgung zu gewinnen.
2.    Ärzte mit (dem ggf. fachgebundenen) Zusatztitel Psychotherapie sollen sich als Ärztliche Psychotherapeuten niederlassen können.
3.    Im Zusammenhang mit dem bestehenden eklatanten Nachwuchsmangel muss es den jetzt tätigen ärztlichen Psychotherapeuten und Fachärzten für Psychosomatische Medizin möglich sein, sofern kein ärztlicher Nachfolger gefunden wird, die Praxis mit Versorgungsrelevanz auch an einen Psychologischen Psychotherapeuten oder Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten abzugeben. Diese Option muss gesetzlich verankert werden. Bislang gibt es hierzu nur richterliche Urteile.


bvvp fordert besonderen Schutz der Patientendaten

Psychotherapeuten und Psychiater erfahren sehr viel Persönliches und dokumentieren umfangreich. Menschen mit psychischen Erkrankungen werden immer noch stigmatisiert.  Der bvvp drängt deshalb auf den besonderen Schutz dieser Patientendaten sowohl auf den elektronischen Gesundheitskarten als auch auf der geplanten elektronischen Patientenakte.

Die ausführliche Argumentation des bvvp entnehmen Sie bitte der angefügten Stellungnahme an das Bundesministerium für Gesundheit.

Für den bvvp
Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Berlin, 24.08.2018

 

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG von bvvp, DPtV, VAKJP zum TSVG: Psychotherapeuten-Verbände sehen positive Ansätze

Vorgaben zur Stärkung der sprechenden undzuwendungsorientierten Fächer präzisieren

Berlin, 02. August 2018. Die Psychotherapeuten-Verbände Deutsche

PsychotherapeutenVereinigung (DPtV), Bundesverband der Vetragspsychotherapeuten (bvvp) und die Vereinigung Analytischer Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten (VAKJP) begrüßen, dass das Terminservice- und Versorgungsgesetz, TSVG, die Absicht des Koalitionsvertrages aufnimmt, die sprechende Medizin zu unterstützen. Die Überprüfung der technischen und nicht-technischen Anteile der Vergütung miteiner Fristsetzung Mitte 2019 wird als sinnvoll beurteilt.

Gerade die Vorgaben hinsichtlich einer angemessenen Vergütung aller zeitgebundenen psychotherapeutischen Leistungen sollten allerdings präziser ausfallen, „so reicht das nicht aus“, sind sich die Verbände einig. Außerdem sollten diese Leistungen dauerhaft extrabudgetär vergütet werden, um eine bedarfsgerechte Finanzierung sicherzustellen. Die im TSVG vorgesehenen finanziellen Anreize zur Aufnahme neuer Patienten sollten auch auf die Psychotherapie ausgedehnt werden, dazu sollten die Bewertungen der sehr zeitaufwändigen Psychotherapeutischen Sprechstunde und der Akutbehandlung angehoben werden.

Die Verlängerung der Frist bei der Überarbeitung der Bedarfsplanung darf nach Ansicht der Verbände nicht zum Freibrief für weitere Verzögerungen einer dringend notwendigen Reform werden. Diese Reform – aus der eine gezielte Erhöhung der Anzahl der Psychotherapeutensitze in schlechter versorgten Regionen resultieren muss - ist Grundlage einer verbesserten  sychotherapeutischen Versorgung. Alle Maßnahmen zur Ausweitung der Terminservicestellen (TSS) können bei den Psychotherapeuten nur durch ein bedarfsgerechtes Behandlungsangebot greifen. „Die enorme Spreizung der Verhältniszahlen zwischen den unterschiedlichen Regionstypen im Bereich der Psychotherapeuten entspricht in keiner Weise der Häufigkeit psychischer Erkrankungen, dies ist einfach unangemessen“, betonen die Verbände. Ob – wie im TSVG vorgesehen – die Öffnung ländlicher Bereiche etwas bringe, müsste diskutiert werden; neben den ländlichen Regionen wird ein stärkerer Bedarf in den so genannten mitversorgten Regionen im Umland größerer Städte gesehen.

Die Erhöhung der Mindestsprechstundenzeit auf 25 Stunden wird dagegen nach Ansicht der Verbände für die  psychotherapeutische Versorgung nicht viel bringen: „Die niedergelassenen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten arbeiten durchschnittlich 49 Wochenstunden, davon 31 Stunden im direkten Patientenkontakt, weit überwiegend mit gesetzlich Versicherten (Angaben nach Zi Praxis-Panel Jahresbericht 2015). Hilfreich wäre eine Entlastung von Bürokratie, aber auch die Anerkennung der zur guten Patientenbehandlung notwendigen ergänzenden Leistungen wie Kooperations- und Koordinierungsleistungen.“

Nach Ansicht der Psychotherapeuten-Verbände verdienen die Pläne zur Einführung der elektronischen Patientenakte ein äußerst kritisches Augenmerk: „Die Schweigepflicht ist bei psychischen Erkrankungen ein besonders sensibles Thema. Ob das TSVG den Patienten einen ausreichenden Schutz gegenüber den Begehrlichkeiten verschiedener Player an den Datensammlungen bietet, muss sorgfältig geprüft werden.“

Fragen von Medien beantwortet:
Ursula-Anne Ochel, Tel.: 033636 – 27 90 78 oder 0171 – 322 43 46
E-Mail: GemeinsamePM_bvvp_DPtV_VAKJP@t-online.de

 

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im Mai

22.500 Unterschriften für rasche Reform der Psychotherapeutenausbildung
Akteure des PiA-Politik-Treffens übergeben Petition an den Ausschuss für Gesundheit

 

Am 6. Juni 2018 um 9:00 Uhr übergeben wir, Akteure des PiA-Politik-Treffens (www.piapolitik.de), ca. 22.500 Unterschriften direkt an den Ausschuss für Gesundheit im Bundestag. Die Petition fordert eine rasche Reform der Psychotherapeutenausbildung (https://weact.campact.de/petitions/reform-der-psychotherapie-ausbildung-in-der-nachsten-legislatur). Ein begleitender Protest mit Redebeiträgen und Vortrag eines Protestlieds wird von 8.30 – 10.00 Uhr vor dem Paul-Löbe-Haus in Berlin (Konrad-Adenauer-Straße 1, 10557 Berlin, Eingang West) stattfinden.

 

Der Zeitpunkt wurde gewählt, da der Ausschuss an diesem Tag seine Arbeit aufnimmt und unsere Reform in der letzten Legislaturperiode nicht realisiert wurde. Leider bekommen die Psychotherapeuten massiv Gegenwind von den Ärzten, die der Integration eines nichtärztlichen Heilberufs in das Gesundheitssystem skeptisch gegenüberstehen (https://www.presseportal.de/pm/9062/3941407).

 

Zudem profitieren die Kliniken von den billigen Arbeitskräften der Psychotherapeuten in Ausbildung (PiA), die nicht selten mit abgeschlossenem Studium als Psychologin 12 Monate in den Akutpsychiatrien im Rahmen der Ausbildung arbeiten, ohne vergütet zu werden, bzw. sich schon freuen sollen über den Mindestlohn.

 

Der Berufsstand erwartet von der Reform eine Beendigung dieses berufs- und sozialrechtlich unklaren Ausbildungsabschnitts, d.h. eine angemessene Finanzierung dieser praktischen Phase, sowie eine Regelung des Zugangs zur Ausbildung. Ein Arbeitsentwurf zum Reform wurde letzten Sommer von der Bundespsychotherapeutenkammer vorgelegt (https://piapolitik.de/treffen/ausbildungsreform/).

 

Alle PiA und alle PsychotherapeutInnen, die solidarisch mit unserem Anliegen sind, sind zur Übergabe der Unterschriften und der begleitenden Aktion herzlich einladen: Mittwoch, 6. Juni, 8.30 - 10.00 Uhr! Wir freuen uns auf viel Unterstützung!

 

Die vier großen Psychotherapeuten-Verbände fordern in gemeinsamer Pressemitteilung:
Reform der Psychotherapeutenausbildung fortsetzen

In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern die vier großen Psychotherapeuten-Verbände bvvp, DGVT, DPtV und VAKJP mit insgesamt über 28 000 Mitgliedern die Politik auf, das Gesetzgebungsverfahren zur Reform der Psychotherapeutenausbildung zügig fortzusetzen. Nach dem Deutschen Psychotherapeutentag am 21.April 2018 verabschiedeten auch die im ‚Gesprächskreis II‘ zusammengeschlossenen über 30 Verbände der Psychotherapeuten die Forderung nach einer Reform der Psychotherapeutenausbildung. Sie unterstützten die vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vorgelegten Eckpunkte und bekräftigten die Notwendigkeit der sozialrechtlichen Absicherung der zukünftig an das Studium anschließenden Weiterbildung.
Die vollständige Pressemitteilung der folgenden Verbände* finden Sie im Anhang.

Pressemitteilung: Reform der Psychotherapeutenausbildung fortsetzen
20180515 PM_Reform PT_Ausbildung fortset
Adobe Acrobat Dokument 84.8 KB

 

Der bvvp positioniert sich: Pro Zusammenarbeit mit Ärzten, Contra Zwietracht

Der Deutsche Ärztetag steht kurz bevor, das Thema „Psychische Erkrankungen: Versorgung aus ärztlicher Sicht“ steht dort auf dem Programm. Zur Einstimmung auf das Thema gehen einige ärztliche Verbände derzeit mit Stellungnahmen gegen die Neuordnung der psychotherapeutischen Ausbildung an die Öffentlichkeit.

Das BMG hatte dazu im Juli 2017 einen Arbeitsentwurf zu einer Gesetzesänderung vorgelegt. Darin wird ein eigener Studiengang Psychotherapie mit anschließender Weiterbildung vorgesehen, der mit der Struktur der ärztlichen Ausbildung vergleichbar ist.
                                                    Pressemitteilung

 

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im April

bvvp Pressemitteilung:


Der bvvp begrüßt die Entscheidung des Deutschen Psychotherapeutentages gegen einen Modell­studien­gang „Psychopharmakologie“

Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) begrüßt die Entscheidung des Deutschen Psychotherapeutentages vom 20. und 21. April in Bremen gegen den vorgesehenen Modell­studien­gang „Psychopharmakologie“. Der bvvp lehnt – gemäß seiner am 8. März 2018 auf der Delegiertenversammlung des Verbands verabschiedeten Resolution – die Verordnung von Psychopharmaka durch Psychotherapeuten ab. Die Zukunft der Psychotherapie liegt nicht darin, dass Psychologische Psychotherapeuten und Kinder -und Jugendlichen-Psychotherapeuten künftig Psychopharmaka verordnen können.

 

Die ausführiche Begründung entnehmen Sie bitte dem Download.


Für den bvvp
Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
1. Vorsitzender
Berlin, 24.04.2018

 

Pressemitteilung: bvvp begrüßt die Entscheidung des Deutschen Psychotherapeutentages gegen einen Modellstudiengang Psychopharmakologie
20180424 bvvp PM_Zustimmung DPT Ablehnun
Adobe Acrobat Dokument 227.0 KB

 

bvvp Presseerklärung

 

bvvp fordert: Psychotherapie soll als Kernfach eines modernen Gesundheitssystems definiert werden


Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten (bvvp) begrüßt, dass der neue Gesundheitsminister Spahn mit Schwung an seine neue Aufgabe geht. Er hat sich verschiedentlich dazu geäußert, dass er die ambulante Versorgung verbessern will. Der bvvp geht davon aus, dass der Minister dabei auch an die Versorgung psychisch Kranker gedacht hat.
Da er dies bisher aber nicht explizit erwähnt hat, weist der bvvp darauf hin, dass dieser Bereich besonders wichtig ist. Damit einher geht die Forderung und Bitte des bvvp, dass sich der Minister mit großer Sorgfalt um diesen Bereich kümmert, und sich mit Vertretern des Faches abspricht, bevor er große Würfe wagt. Psychotherapeutische Versorgung und die Behandlung psychisch kranker Menschen unterliegen in mancher Hinsicht anderen Regeln und Gesetzmäßigkeiten als die Behandlung somatischer Krankheiten. Das sollte von dem offenbar tatendurstigen Gesundheitsminister unbedingt berücksichtigt werden.
Die Gesundheitspolitik in unserem Land muss realisieren, dass in einer Welt, in der sich die Behandlung von Krankheit technisiert und das Gesundheitswesen digitalisiert, menschliche Individualität aus dem Blick zu geraten droht. In dieser Situation ist abzusehen, dass die Qualität ärztlicher und psychotherapeutischer Behandlung zunehmend daran gemessen werden wird, wie viel Zeit und Raum für die Patienten mit ihrer persönlichen Lebens- und Krankheitsgeschichte zur Verfügung stehen. Schon jetzt suchen z.B. alte Menschen beim Hausarzt nicht mehr nur medizinischen Rat. Sie suchen persönliche Behandlung, Kontakt und ei-en Weg aus der Vereinsamung.
Die Bemühungen in der Politik und der Medizin, den Kontakt zum Patienten digital zu organisieren und telemedizinisch zu gestalten, sind deshalb nicht nur als Fortschritt zu sehen. Als Psychotherapeuten müssen wir warnen: Immer mehr Technisierung hat zur Folge, dass die Patienten immer weniger als Personen wahrgenommen werden. Die Zunahme depressiver Erkrankungen kann auch das Ergebnis dieser Prozesse sein, die befördern, dass allein gelassene Menschen die verloren gegangene menschliche Zuwendung als Krankheit kommunizieren.
In einer Welt, in der das zur Verfügung stehende Geld auch Maßstab dafür ist, wie sehr eine gesellschaftliche Aufgabe ernst genommen wird, müssen wir den Minister dringend bitten, mit dafür zu sorgen, dass ausreichend Honorar für die Behandlung psychisch kranker Menschen zur Verfügung steht.
Immer noch hat die Psychotherapie innerhalb der übrigen medizinischen Fachgebiete bei Weitem weder von ihrem Status noch von ihrer Honorierung her das Gewicht, das sie inzwischen in der Versorgung kranker Menschen hat. Zeitgebundene sprechende Medizin und psychotherapeutische Behandlungen können weder schneller abgeleistet, noch können sie delegiert oder aufgrund der Weiterentwicklung der Technik effektiver gestaltet werden. Psychische Entwicklungsprozesse brauchen Zeit und die Geduld des Arztes oder Psychotherapeuten und die Sicherheit eines ausreichenden zeitlichen Rahmens.
An technikbasierter Medizin und an Pharmazeutika wird dagegen sehr viel verdient: Medizin, Labor-, Radiologie- und Computertechnik in der Digitalisierung sowie die Pharma-Forschung sind wichtige konkurrierende Industriezweige. So wertvoll sie auch sein mögen, so geringschätzend werden zugleich zuwendungsorientierte Verfahren wie die Psychotherapie behandelt.
Zu Recht soll in der Psychotherapeutischen Sprechstunde abgeklärt werden, ob nicht auch andere psychosoziale Stellen die Behandlung und Beratung der Patienten übernehmen können. Als Psychotherapeuten sehen wir jedoch, dass es immer weniger solche Stellen gibt, in denen bisher prophylaktisch manche Zuspitzung von
Konflikten zur Krankheit verhindert werden konnte. Inzwischen kommen immer mehr
dieser Menschen krank in die psychotherapeutischen Praxen.
Insofern ein klarer Appell an unseren neuen Gesundheitsminister Herrn Jens Spahn:

 

Definieren Sie die Psychotherapie konstruktiv und offensiv als eines der Kernfächer unseres Gesundheitssystems und sorgen Sie für eine sachgerechte Abbildung der Leistungen der sprechenden Fächer in EBM und GOÄ.

 

Anbei eine Aufstellung, die zeigt, dass in der Psychotherapie keine „Zweiklassenmedizin“ besteht, weil sich GKV und PKV in diesem Bereich kaum unterscheiden. In mancher Hinsicht sind die Bedingungen in der GKV im Bereich Psychotherapie sogar günstiger.

 

Für den bvvp: Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr 1. Vorsitzender
Berlin, 26.02.2018

Berufsverband der Vertragspsychotherapeuten im März

bvvp-Pressemitteilung: bvvp zum BARMER-Arztreport 2018:
Psychische Erkrankungen bedürfen einer fachlichen Diagnostik
Die BARMER Ersatzkasse kommt in ihrem diesjährigen Arztreport zu der Feststellung, dass immer mehr junge Erwachsene unter psychischen Störungen leiden. Zwischen 2005 und 2006 sei der Anteil um 38 Prozent gestiegen. Selbst bei den Studierenden, die bisher als weitgehend gesunde Gruppe galten, sei inzwischen jeder Sechste von einer psychischen Erkrankung betroffen. Hintergrund sei laut Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER, steigender Zeit- und Leistungsdruck bei den angehenden Akademikern, sowie finanzielle Sorgen und Zukunftsängste.
Der bvvp begrüßt, dass die BARMER das drängende Problem zunehmender psychischer Erkrankungen bei jungen Erwachsenen in den Fokus rückt. Dieses Thema erfordert dringend die Beachtung aller zuständigen Akteure im Gesundheitswesen.
Dass die BARMER allerdings als Erstes auf Online-Angebote verweist, halten wir aus fachlicher Sicht für problematisch. Online-Angebote können, wenn sie zertifiziert und datensicher sind, eine erste Hilfe zur Selbsthilfe sein. Psychische Erkrankungen bedürfen jedoch unbedingt der fachlichen Diagnostik und Indikation, um Verschlechterungen, Chronifizierungen und unnötig lange Leidenswege zu vermeiden. Daher ist es zu begrüßen, wenn auch Menschen mit einer leichten Depression einen Psychotherapeuten aufsuchen, bevor diese sich zu einer schweren Depression entwickelt hat. Die Behauptung, dass man nicht bei jeder schlechten Phase einen Psychotherapeuten brauche, die der Vorstandsvorsitzende der BARMER, Prof. Straub, aufstellt, halten wir für gefährlich, da nur Fachleute einschätzen können, ob die `schlechte Phase‘ eine Depression ist oder sich eine psychische Erkrankung ankündigt. Für diese Abklärung wurde die psycho- therapeutische Sprechstunde geschaffen, in der eine orientierende Diagnostik durchgeführt wird und die PatientInnen fachlich beraten werden, ob eine psychische Erkrankung vorliegt und welche Behandlung oder andere Hilfe für sie in Frage kommt.
Danach sehen sie sich allerdings mit der Schwierigkeit konfrontiert, dass es in vielen Regionen Deutschlands noch immer zu wenige Behandlungsplätze gibt. „Die Psychotherapeuten sind selbstverständlich bereit, sich der PatientInnen anzunehmen und tun es bereits in großer Zahl. Das Problem ist die anachronistische Bedarfsplanung, die verhindert, dass sich ausreichend PsychotherapeutInnen niederlassen können und für die Behandlung der PatientInnen zur Verfügung stehen. Dieser Problematik sollte sich die BARMER annehmen“, betont bvvp- Vorstandsmitglied, Frau Eva-Maria Schweitzer-Köhn.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Probleme und die Kosten zunehmend in das Gesundheitssystem verschoben werden, während von Kommunen, Universitäten,

Kirchen oder Wohlfahrtsverbänden finanzierte Beratungsstellen, die viele der Krisen von Studierenden abfangen konnten, nicht mehr in dem Maße zur Verfügung stehen.
Das Problem des Zeit- und Leistungsdrucks ist zudem ein gesellschaftliches, das man nicht einfach als gegeben hinnehmen sollte. Psychotherapie droht mehr und mehr zur Reparaturwerkstatt für gesellschaftliche Prozesse zu werden, die als persönliche Krankheit individualisiert werden.

Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr 1. Vorsitzender
Quelle: bvvp, 26.02.18

 

bvvp-Pressemitteilung: Keine 2-Klassen-Medizin in der Psychotherapie
Der Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten bvvp begrüßt die Entscheidung der Verhandlungskommission von Union und SPD, bei der Honorarfrage keine Schnellschüsse vorzunehmen.
„Wir Psychotherapeuten haben nur eine Chance, zusammen mit der sprechenden Medizin bei einer gemeinsamen Gebührenordnung vernünftig berücksichtigt zu werden, wenn das Thema von Fachleuten mit großer Detailkenntnis bearbeitet wird“, so der Vorsitzende des bvvp, Benedikt Waldherr.
Der bvvp fordert deshalb schon jetzt, dass in die entsprechende Kommission Fachleute aufgenommen werden, die die Besonderheiten der Leistungserbringung durch Psychotherapeuten vertreten können. „Wir Psychotherapeuten sind nicht in der Versuchung, eine Zweiklassenmedizin zu betreiben, da die Vergütung für die Privatpatienten so niedrig ist, dass sie keinerlei wirtschaftlichen und organisatorischen Vorteil gegenüber der Behandlung von gesetzlich Versicherten bietet,“ betont die stellvertretende Vorsitzende Angelika Haun.
Seit Jahren werden Psychotherapeuten auf eine zukünftige Anpassung von GOÄ und EBM vertröstet mit der Parole, dass nun aber wirklich die sprechende Medizin, die eigentlich zuhörende Medizin heißen müsste, gegenüber den technischen Fächern besser bezahlt werden müsste.
Die große Koalition hat jetzt die Chance, der Selbstverwaltung Vorgaben zu machen, mit der eine gerechtere Verteilung der Mittel bei den Honoraren gewährleistet wird.
Der Vorstand des bvvp sieht in der Möglichkeit, dass die bisherige Staatssekretärin im Gesundheitsministerium, Frau Widmann-Mauz, Gesundheitsministerin werden könnte, eine Person an entscheidender Stelle, die die Psychotherapie schon immer als wichtigen Bereich mit eigenem Regelungsbedarf und eigenen Arbeitsbedingungen im Blick hatte.
Der bvvp begrüßt außerdem, dass der zügige Abschluss der Ausbildungsreform der Psychologischen und Kinder- und Jugendlichen-PsychotherapeutInnen als Ziel in das Koalitionspapier aufgenommen wurde.
Der bvvp ist der einzige Verband, der sich berufsgruppen- und verfahrensübergreifend für die Interessen aller VertragspsychotherapeutInnen einsetzt. In ihm haben sich über 5.000 Ärztliche PsychotherapeutInnen, PsychologischePsychotherapeutInnen sowie Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen alleranerkannten Richtlinienverfahren zusammengeschlossen.

Quelle: bvvp, 09.02.18

bvvp-Pressemitteilung: bvvp beschließt auf seiner Delegiertenversammlung eine Resolution gegen den Modellstudiengang Psychopharmakotherapie in der Psychotherapieausbildung

Die Delegierten des bvvp haben sich auf ihrer Versammlung am 09.3.2018 in Fulda gegen den im Arbeitsentwurf eines Gesetzes zur Reform der Psychotherapeutenausbildung vorgesehenen Modellstudiengang zur Verordnung von Psychopharmaka ausgesprochen – und eine entsprechende Resolution verabschiedet.
Sie betonen darin, dass PsychotherapeutInnen - ärztliche wie psychologische und Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen - ihrem Selbstverständnis nach wesentlich psychotherapeutische Methoden zur Heilung und Linderung psychischer und psychisch bedingter körperlicher Störungen nutzen, was auch weiterhin das Mittel der Wahl bleiben solle.
Den Stellenwert der Behandlung psychischer Störungen mit Medikamenten bei entsprechenden Indikation erkennen sie dabei jedoch an, sie sehen aber die Verordnung von Medikamenten alles etwas an, was originär zum Aufgabenfeld der Ärzte gehört. Die Delegierten betonen dabei ausdrücklich die Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit zwischen den Heilberufen.

Dipl.-Psych. Benedikt Waldherr
Quelle: bvvp, 09.03.18